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Man möchte es kaum glauben, aber Herr Sarrazin schafft es in die Schlagzeilen, selbst wenn sein Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte genau wie sein Beitrag zur Währungspolitik in etwa der kulturellen Bedeutung eines Daniel Küblböck gleichkommt. Inzwischen ist es so, dass die Kanzlerin es begrüßt, wenn Herr Sarrazin aus dem Amt entfernt wird, damit wieder „Ruhe in die Bundesbank einkehren kann und man sich dort wieder den wichtigen Aufgaben widmet“.

Ehrlich gesagt wird auch das nicht helfen, denn weder vor, während, noch nach der „Ära Sarrazin“ stellt sich die Bundesbank ihren Aufgaben so, wie es nötig wäre. Kann sie nicht, weil sie offensichtlich nicht über das für ihre Aufgabenstellung notwendige Wissen verfügt. Die Bundesbank ist die absolute „Nebelbehörde“ – alle tappen im Dunkeln! Das Wissensniveau kann selbst in einer mit 100 Prozent „Migranten“ besetzen Grundschule in Berlin-Kreuzberg kaum niedriger liegen.

Wenn jedoch Migranten im Diktat immer nur Sechsen schreiben, kann man ihnen sagen, dass ihre Schulleistung „elendig“ ist. Aber wenn wir alle seit Jahrzehnten mit einer schleichenden Geldentwertung leben müssen, während gleichzeitig deflationäre Erscheinungen wie Preiskämpfe, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit zunehmen, dann ist die Währungsleistung der Bundesbanker ebenso „elendig“ zu nennen. Herr Sarrazin haben ein deutsches Bildungsabitur und eine Promotion auch nicht befähigt, dem Land einen wirklich guten Dienst zu leisten – und dies, obschon er dafür auch noch „saumäßig“ gut bezahlt wird. Allein in Bildung und Integration kann also nicht begründet sein, ob ein Mensch seine Arbeit ordentlich macht – oder auch nicht.

Herr Sarrazin könnte in der Bundesbank bleiben – das wäre wahrscheinlich die billigere Lösung für den Steuerzahler. Die monatlichen Transferzahlungen, die wir Thilo Sarrazin zukommen lassen, sind bestimmt nicht so hoch wie die Abfindung, die er kassieren wird, wenn er den Hut nimmt! Es gibt Umfragen, die bestätigen Thilo Sarrazin, dass er „richtig“ liegt. Sehr viele Menschen kaufen sein Buch. Viele meinen, er habe Recht mit dem was er schreibt und sagt – und eine gehörige Menge würde mit ihm zusammen sogar eine Protestpartei gründen, würde er nur den Vorsitz führen. Doch all dieses Zustimmung kann nicht die Tatsache aus dem Weg räumen, dass Thilo Sarrazin ein Transfergeld-Empfänger der 1. Klasse ist – und dazu ein völliger Berufsversager. Was könnte dieser Mensch uns also sagen? Was könnte er wissen, das uns in eine bessere Zukunft führt?

Als sich im Rom der Cäsarenzeit die Bürger Roms darin einig waren, dass das Reich von den „ungebildeten Barbaren“ zerstört wird, lagen sie genauso daneben wie Thilo Sarrazin mit seinen Thesen wie sich „Deutschland abschafft“. Ich wüsste zu gerne, was der Rapper Bushido zu diesen Thesen sagt und wünschte mir, er würde sie mit den Worten „Was sind’n das für ‘ne behinderten Ansagen?“ kommentieren. Denn das sind sie tatsächlich. Auch wenn Herr Sarrazin mit dem einen oder anderen Satz Recht hat. Auch wenn einige seiner Beobachtungen zutreffen.

Letztlich brauchen wir keine Leute in verantwortlichen Positionen, die wie die zwei alten Kerle in der Muppetsshow oben auf dem Balkon sitzen und das Geschehen nur gehässig kommentieren, sondern Leute, die einen Plan haben, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickeln soll – und das dazugehörige Know How mitbringen. Wer heute so vehement der mangelnden Bildung und dem schwächelnden Integrationswillen die Schuld geben will für ökonomische Verwerfungen, der sollte bitteschön mal erklären, wie die Welt jemals auf den heute herrschenden technischen und infrastrukturellen Stand gekommen ist? Hat Alexander der Große die eroberten Völker eine Integrationsvereinbarung mit obligatorischem Griechisch-Grundkurs abschließen lassen, um von ihnen zu profitieren? Wie viel englisch sprachen die deutschen USA-Auswanderer um das Jahr 1900? Wie gut machten sich die chinesischen Gleisbauer beim Aufbau des Schienennetzes auf dem amerikanischen Kontinent in punkto „kultureller Integration“? Wie viel afghanisch sprechen all die sich heute im Einsatz befindlichen deutschen Kräfte am Hindukush und wie eingebunden sind sie in die dortige Gesellschaft? Anscheinend braucht man weder vertiefte Sprachkenntnisse noch großartige integrative Bestrebungen des Individuums, um sogar auf der anderen Hälfte der Erdkugel koordinierte Leistungen zu vollbringen.

All das sind „Nebenkriegsschauplätze“, auf denen sich bevorzugt eine politische Kaste tummelt, die sich durch schwächelnden Mut und völlig erlahmte Verstandeskräfte auszeichnet. Nur wer klar im Denken, unbefleckt von Korruption und frei von Angst agiert, kann sich auf die wirklichen Kriegsschauplätze wagen und sich den wirklich wichtigen Kämpfen stellen. Denn dort stehen die wirklichen „Kotzbrocken“ herum, die im Dienste einer ebenso elitären wie dünn besetzten Schicht stehen und nur auf die wenigen Verwegenen warten, die sich in die Arena wagen. Da schreibt man dann doch lieber ein Buch mit verwegenen Thesen. Man tut eben immer nur das, was man kann. Anders ist es auch bei Herrn Sarrazin nicht.

Uns allen sollte der Sarrazin-Zinnober einmal mehr deutlich machen, mit was für Menschen wir es in unseren „Eliten“ zu tun bekommen. Egal wie „nett“ sie sich geben, sie bringen uns nicht das, worauf es ankommt. Sie debattieren am wenigsten über ihre eigenen Diäten und andere „leistungslose Einkommen“ und am liebsten über Reformen, die schon seit Jahren mehr als überfällig sind. Sie verabschieden Gesetze, deren Formulierung auch von studierten Menschen nicht verstanden werden kann, kürzen hier und dort, ohne ein minimales Grundverständnis für kybernetische Prozesse aufzubringen. Sie werden bezahlt für Aktivitäten, die sehr wenig gute Ergebnisse für die Bevölkerung bringen! Sie tun und reden viel, ohne einen wirklichen Fahrplan zu haben und sie versuchen Probleme zu lösen, über deren Ursache sie völlig im Dunkeln tappen. Das sind berechtigte, nachweisbare und korrekte Wahrnehmungen, die das Volk bei einer „Politikerschau“ machen kann. Doch die ist genauso viel wert, wie die „Sarrazinschau“ aufs Volk.

Eine der beiden Seiten muss klüger werden!

Und wer im Volk könnte dies immer noch mit gutem Gewissen der anderen Seite anvertrauen?

Wer sich zur klügeren Seite zählen will, der muss sich um die Themen Geld und Boden – die so genannten Urmonopole – kümmern und sich zur Ursache vorarbeiten. Dabei hilft die Lektüre von Otto Valentin und vor allen Dingen die Erkenntnisse von Jean Silvio Gesell. Es hilft auch, unsere verschiedenen Artikel und Abhandlungen begleitend zu lesen. Ohne lesen wird auf jeden Fall keiner klüger und wer die „falschen Bücher“ erwischt, hat auch nicht viel gewonnen. Zumindest nicht an Wissen, das uns allesamt in der Währungsfrage weiterbringt.

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