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Bislang waren Straßenkämpfer, Barrikaden, brennende Autos sowie gewaltbereite Demonstranten und Polizisten vornehmlich in Berlin-Kreuzberg und der Hamburger Hafenstraße anzutreffen, denn die „Startbahn West“ und das „Wendland“ sind schon so lange her, dass man sie kaum mehr zählen kann. Und so gab es zwischenzeitlich sogar den „Demo-Tourismus“ – wenn auch nicht bei „alltours“.

Doch jetzt muss niemand aus den südlichen Bundesländern noch länger extra nach Berlin reisen. Jetzt reicht ein „Regioticket“ für Baden Württemberg! Dass man im Süden der Republik darüber geschockt ist, ist eine Sache. Dass man de facto keine Ahnung hat, wo diese Gewaltbereitschaft plötzlich herkommt, will man nicht zugeben. Und das ist „die andere Sache“!

Schließlich muss man sich in Baden wie in Schwaben immer „sicher sein“… über das eigene Leben, die Partei, die man wählt, die Bausparkasse und den Beruf. Und das alles möglichst schon mit 20. In Baden und Schwaben liebt man nun mal die Sicherheit – und daran ist zunächst einmal nichts Verkehrtes. Doch wenn die Wirtschaft plötzlich dieses Maß an Sicherheit nicht mehr hergibt und deutlich mehr Menschen ihre Arbeit verlieren als man mit gutem Gewissen als „Faulpelze“ bezeichnen kann, dann beginnt die Welt zu wanken.

Schnell hat man in Stuttgart und andernorts nun Schuldige gefunden. Die Chaoten wurden lokalisiert – bei den Grünen! Es soll hier nicht in Abrede gestellt werden, dass im Hintergrund des Stuttgarter Bahnhofsumbaus wohl „mächtig an Strippen gezogen“ wurde und dass sich die Politik mal wieder „die Hände schmutzig“ gemacht hat. Doch will man in den immer noch reichsten Teilen unserer Republik wirklich nicht wissen, wie es sein kann, dass in der unmittelbaren Umgebung die Gewalt auf einmal derartig eskaliert? Es reichen doch wohl kaum ein paar „Strippenzieher“ aus, um Tausende Bürger, die bislang immer für „schaffe, schaffe Häusle baue“ zu begeistern waren, auf die Straße zu locken, wo sie sich voller Begeisterung ins Kampfgetümmel werfen? Da muss es doch etwas geben, was die Strippenzieher so erfolgreich werden lässt. Was kann das bloß sein?

Politischen Ränkespielen die rasende Wut anzulasten, ist genauso verkehrt, wie die Politik für wirtschaftliche Erfolge zu feiern. Denn weder für das eine, noch für das andere sind die Inhaber der Parteibücher die Ursache. Politik war schon immer – und ist es heute noch – der „Bewahrer der Besitzstände“, das Bollwerk gegen Begehrlichkeiten aus dem „anderen Lager“. Dafür wurden und werden die Politiker bezahlt – und nicht etwa, um „für das Volk zu sorgen“ oder gar Gerechtigkeit herzustellen. Das gilt auch für grüne Politik. Die Besitzstände, die von ihr verteidigt werden, mögen „modern“ oder auch „innovativ“ sein – doch gegen eine Erhöhung der Diäten ziehen auch sie nicht ins Feld, die grünen Abgeordneten.

Und weil die Politik – ob schwarz, rot, gelb oder grün – immer nach diesem Strickmuster verfährt, verändert sich auch die Politik mit der Wirtschaft. Und nicht umgekehrt. Und die Wirtschaft gleicht derzeit nun mal einer Decke, die immer kürzer wird und an der alle herumreißen. Jeder will sich sein Stück dieser Decke sichern und hat keinen anderen Plan, als auf Strategien, die man sich im Kindergarten angeeignet hat, zurückzugreifen: Man streitet sich mit Inbrunst und ist sich für keine List zu schade, reißt und zerrt mit Gewalt an der Decke und je länger der Streit dauert, umso härter ballt sich die Faust. Und irgendwann wird zugeschlagen. Es geht ja um die eigene Existenz, um den Erhalt des eigenen Wohlstands.

Wer gerade an der Regierung ist, kann dann die Polizisten für sich ins Kampfgetümmel schicken und irgendwann auch die Bundeswehr, wenn die Polizei die Demonstranten nicht mehr niedergeknüppelt bekommt. Die „anderen“ müssen halt ihrer Wähler, Anhänger und Sympathisanten mobilisieren. Wenn doch das Volk nur wissen wollte, dass keine Politik es wert ist, sich von ihr verheizen zu lassen! Wenn es erkennen würde, dass kein Parteibuch auch nur ansatzweise eine tragfähige Lösung für die gesamte Bevölkerung bereit hält… dann könnte vielleicht eine gesellschaftliche Debatte darüber beginnen, welche Änderungen tatsächlich erforderlich sind und in welche Richtung die „Verbesserung“ tatsächlich gehen muss.

Denn spätestens jetzt müsste doch auch den Leuten in Schwaben und Baden klar werden, dass etwas geschehen muss. Wenn allerdings nicht das Richtige geschieht, dann wird es in Zukunft zu immer mehr „Kampfeinsätzen“ kommen – und sie werden nicht auf Stuttgart beschränkt bleiben! Irgendwann wird es dann auch Tote zu beklagen geben und die Menschen werden sich wundern, warum alles immer nur schlimmer wird… obwohl doch alle „nur das Gute“ wollen.

Doch um an ein gewünschtes Ziel zu kommen, muss man nun mal den richtigen Zug nehmen, oder die zum Ziel führende Abfahrt von der Autobahn – und nicht einfach irgendwohin rasen. Aber das genau ist es, was die derzeitige Politik tut. Durch die Bank rasen unsere Politiker in eine Richtung, die uns dem Verderben näher bringt. In Amerika bereitet man sich derzeit schon auf einen „offenen Handelskrieg mit China“ vor. Wir in Deutschland sind dagegen noch vollauf mit den sozialen Spannungen innerhalb der eigenen Bevölkerung befasst. Aber auf wen werden wir wohl gemeinsam und vereint losgehen, wenn die Politik irgendwann versuchen muss, die Lage im Land zu beruhigen und den „Feind“ wieder im Außen lokalisiert? Auf Frankreich?

Die „richtige Abfahrt“ zu nehmen heißt bei der heutigen Lage, sich um die Wirtschaft zu kümmern. Jedoch jenseits aller Parteibücher und aller Anweisungen aus Berliner oder Brüsseler Ministerien. Sich um die Wirtschaft zu kümmern heißt, dass immer mehr Menschen darüber informiert werden, welche Rolle das Geld im Wirtschaftsprozess spielt, wozu es dienen soll und wie es gemacht und verwaltet werden muss, damit es seine Aufgabe erfüllt und der menschlichen Wirtschaft als ein Tauschmittel zur Verfügung steht, das die Tauschvorgänge nicht mehr behindert und blockiert, sondern sie schön im Fluss hält und zur allgemeinen Wohlstandsbildung beiträgt.

Es gibt viele, die steif und fest behaupten, das Geld müsse noch andere Funktionen haben. Zum Beispiel als „Wertspeicher“. Diese Menschen behaupten dann auch, dass der Politik eine „Steuerungsfunktion“ zukomme und unsere Gesellschaft auf bürokratischem und gesetzgeberischem Wege „gestaltet“ werden müsse. Obwohl jeder sehen kann, dass dabei doch nichts Gutes herauskommt, will man genau so weitermachen. Wenn ein paar Gesetze nicht geholfen haben, dann eben mehr und schärfere Gesetze. Hilft keine Hundertschaft der Polizei, dann eben mehrere Hundertschaften. Was der Knüppel nicht schafft, müssen dann eben Wasserwerfer und Tränengasbomben richten. Bis auch die nicht mehr ausreichen und der erste Schuss fällt. Das alles ist ein „mehr vom Gleichen“, das noch nie funktioniert hat!

Sind wir denn wirklich zu faul, um uns mit neuen Ideen zu befassen? Wollen wir wirklich lieber unser gewohntes Gedankengut verteidigen und die Fäuste sprechen lassen als den Kopf zu bemühen? So wie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts? Doch wird es wohl keinen weiteren Weltkrieg mehr geben, denn der wäre denkbar kurz und wahrhaft „endzeitlich“. Wenn also die gesellschaftlichen Spannungen weiter zunehmen – und das tun sie so sicher wie das Amen in Kirche aufgrund der fortschreitenden Umverteilungsprozesse – dann werden wir uns auch in Deutschland perspektivisch auf einen Bürgerkrieg einzurichten haben. Aber wenn jedes Land der Welt seinen Bürgerkrieg hat und es allen gleich schlecht geht… dann kann man dies natürlich schon wieder als „gerecht“ bezeichnen.

Obwohl wir ja auch die andere Abfahrt nehmen könnten...

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