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ungleicher KampfMonopole schalten immer dann einen Gang höher, wenn es gilt, Wettbewerb und Mitbewerber auszuschalten. Wenn Monopole also in Fahrt kommen, dann nur, um andere lahmzulegen. Wie derzeit die Deutsche Bundesbahn. Man sollte meinen, bei der deutschen Bahn sei man unablässig damit beschäftigt, Klimaanlagen zu reparieren, Bremsbeläge zu erneuern, Fahrpläne zu optimieren und Freundlichkeitsseminare für das Personal zu ersinnen. Doch weit gefehlt.

Der Bahn begnügt sich nicht mit der Trägheit des eigenen „Fuhrparks“, sondern aus ihrer Sicht muss offensichtlich noch mehr Verkehr lahmgelegt werden, damit das Geschäft mit der Mobilität wieder stimmt. Die Bahn schwingt das Kriegsbeil und will ein junges Unternehmen – eine Mitfahrzentrale für den Fernbusverkehr innerhalb Deutschlands – „vom Markt geputzt“ wissen. Zu pfiffig ist die Idee, zu erfolgreich und preislich zu attraktiv für zu viele Reisende, als dass der Monopolist da tatenlos zusehen könnte.

Das Schlimme an den Monopolen sind unter anderem die Monopolpreise. Die sind für gewöhnlich hoch. Denn ein Monopolist ist nicht durch Mitbewerber dem marktwirtschaftlichen Spiel ausgesetzt, dessen Grundregel heißt: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Monopolisten werden daher mit der Zeit träge und bequem und ihre Leistung kann schon mal zu wünschen übrig lassen. Eine Entwicklung, bei der einem durchaus die deutsche Bahn in den Sinn kommen kann – oder auch deren Tochterunternehmen wie z.B. die Berliner S-Bahn.

Im Kapitalismus entwickelt sich die gesamte Wirtschaft zur Monopolwirtschaft. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass unser Tauschmittel als „Monopolbildungsmechanismus“ wirkt. Wie dieser Mechanismus wirkt, kann nicht mit wenigen Zeilen erläutert werden, aber die entsprechenden Beispiele sind auf den Freiheitswerk-Seiten zahlreich zu finden. Platt ausgedrückt erkennt man den „monopolbildenden Charakter“ des Geldes daran, dass „der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt“, immer mehr Menschen immer ärmer und einige Wenige immer reicher werden. Für die, die immer ärmer werden, werden die Monopolpreise für bestimmte Güter und Dienstleistungen schnell zum Problem – und in der Folge zum Beispiel das Bahnfahren unerschwinglich. Sie können es einfach nicht mehr bezahlen.

So kann sich ein Hamburger Hartz-IV-Empfänger (Regelsatz: 364 Euro) die Bahnfahrt nach München (regulärer Preis: 129 Euro) noch nicht einmal dann leisten, wenn er auf die Rückfahrt verzichtet (ansonsten: 258 Euro). Gleichzeitig steigt aber der Druck gerade auf diese Menschen, „beweglich, flexibel und mobil“ zu bleiben – wie es unsere Politiker in ihren Sonntagsreden gerne fordern. Vermutlich haben sie dabei Menschen vor ihrem geistigen Auge, die – wie es in den USA mittlerweile gang und gäbe ist – den ganzen Kontinent auf Suche nach Arbeit durchqueren.

Ähnlich reißt auch in Deutschland der Kapitalismus alles und alle auseinander und man muss immer weiter fahren, um noch an „Einkommen“ heranzukommen. In Deutschland ist das Reisen zwischen den Städten teuer und für Arbeitslose und Niedriglöhner, aber auch für Studenten und Auszubildende, geradezu unerschwinglich. Dieser Umstand erfordert neue Ideen, um auch ihnen Mobilität bieten zu können. „DeinBus.de“ ist solch eine Idee, die wie eine Mitfahrzentrale im Fernbusverkehr funktioniert und damit das Reisen gegenüber der Bahn um bis zu 80% billiger macht. Prima. Dieses Angebot kommt an und wird häufig genutzt. Das scheint der Deutschen Bahn, die ja auch „in Busverkehr macht“, gefährlich genug, um gegen dieses Unternehmen, das von drei jungen Betriebswirtschaftlern gegründet wurde, juristisch vorzugehen. Und zwar mit der vollen Breitseite, wie Piratenkapitän „Blackbird“ es formuliert haben würde. Dabei wird natürlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen, doch wenn es nach der Bahn geht, kommt es am 19. November zum „Showdown“… vor Gericht!

Wir vom Freiheitswerk finden die drei Jungunternehmer total sympathisch und freuen uns, dass es in diesem Land noch Menschen gibt, die sich nicht davon abhalten lassen (wollen), neue Ideen zu produzieren, sie unternehmerisch umzusetzen und auf diesem Weg dafür sorgen, dass Menschen, deren Geldbeutel immer schmaler wird, trotzdem an wichtige Dienstleistungen gelangen können. Schließlich sorgen sie auf diese Weise mit dafür, dass es „irgendwie weiter geht“ und die Welt in Bewegung bleibt. Dennoch haben wir zu „DeinBus.de“ noch etwas anzumerken: Denn der Kampf für „niedrige Preise“ ist ein Kampf, der weder gewonnen noch verloren werden kann – und dennoch Leben kostet!

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, hatte schon der Philosoph Adorno erkannt und damit Recht gehabt. „Sinkende Preise im Durchschnitt“ sind für die Volkswirtschaft der Ruin schlecht hin. Und ruinierte Volkswirtschaften beheimaten keine blühenden Betriebe. Allgemein sinkende Preise bedeuten Deflation. Deflation bedeutet ökonomische Eiszeit. Da es sich hierbei um eine Spirale handelt, die ab einem gewissen Punkt nicht mehr aufgehalten werden kann, woraufhin die Preise immer schneller und immer tiefer fallen, kommt daher irgendwann auch der Punkt, an dem die meisten Menschen sich die Fahrt mit „DeinBus.de“ nicht mehr leisten können (werden) – und dann transportieren wir uns gegenseitig mit Rikschas! Bis keiner mehr irgendwohin muss…

Der Kampf des jungen Start-up-Unternehmens, sich neben der Bahn als „freies Transportunternehmen“ zu etablieren, ist Klasse, denn immer weniger Wettbewerb zerstört die Marktwirtschaft. Doch auf der anderen Seite ist es ein aussichtsloser Kampf, weil er mit „betriebswirtschaftlichen Mitteln“ geführt wird – und als solcher schon verloren ist! Denn die gesamte Wirtschaft entwickelt sich vor dem endgültigen Zusammenbruch der internationalen Arbeitsteilung und vor der völligen Zerstörung des gegenseitigen Tausches immer stärker hin zum Monopolismus. Mit cleveren Ideen und klugen Unternehmensgründungen dagegen angehen zu wollen, ist in etwa so, als ob man an einem Hochhaus die äußere Hauswand hochlaufen wollte – während die Konkurrenz den Expresslift nimmt. Aber das Engagement für Marktwirtschaft, für fairen Wettbewerb und für mannigfache Unternehmensvielfalt ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben, die es derzeit gibt. Sie sollte „oberste Priorität“ haben. Gelingt es uns nämlich nicht, zum freien Wettbewerb zu gelangen, landen wir alle im totalen Aus.

In diesem Sinne sind die Unternehmensgründer so etwas wie Helden. Ähnlich wie die Leute von TelDaFax, einem freien Stromanbieter, der gerade erlebt wie eine inszenierte Schmutzkampagne der etablierten Energiekonzerne (die sie durch ein „unabhängiges Medium“ namens „Handelsblatt“ lancieren) vor weiterem Wettbewerb „schützen“ soll. Wer immer heute als Unternehmer die Spielwiese der großen Monopolisten betritt, lässt sich auf das Duell David gegen Goliath ein und braucht den Wagemut eines Robin Hood und Nerven aus Stahlseilen. Am Ende entscheiden die Monopolisten in der Regel den Kampf für sich, weil ihre Kriegskassen prall gefüllt sind. Wäre es allerdings anders und die Monopolunternehmen würden schnell in den Ruin getrieben werden können, hätten wir – volkswirtschaftlich betrachtet – noch größere Probleme! Es ist also wirklich beinahe so, als wären wir alle im Labyrinth des Minotaurus gefangen – und zwar ohne den berühmten „Faden der Ariadne“.

Dabei gibt es ihn, diesen Ariadnefaden! Wir müssen ihn nur erkennen und aufnehmen. Dann können wir den Hebel dort ansetzen, wo er auch „Hebelwirkung“ entfaltet – und anschließend „Heureka“ schreien! Das wäre auch für unsere Nachbarn im schönen Griechenland sinnvoller als der – zugegebenermaßen verständliche – Drang, einfach irgendwo drauf zu kloppen. Wir müssen wissen, was genau schiefläuft. Denn wenn wir das nicht wissen, dann „kämpft“ ein junges, sympathisches Unternehmen „berechtigter- und verständlicherweise“ – und dennoch leider in die völlig falsche Richtung! Es kämpft für „niedrige Preise“.

Bei unserer heutigen Geldpolitik ist es so, dass Preiserhöhungen seitens der Monopolisten als ein Mittel anzusehen sind, für Preisauftrieb und damit für „Inflation“ zu sorgen. Selbstverständlich gleicht dies dem Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Doch weiter wissen es heute weder unsere Notenbanker noch die sonstigen „Herren des Geldes“. Man kann heutzutage die Geldmenge nicht steuern. Punkt. So kommt es, dass man gegenwärtig regelmäßig das Falsche tut, obwohl man doch das Richtige will. Womit wir wieder bei Adorno wären.

Damit wir alle „im richtigen Leben“ landen, müssen wir den Hebel beim Geld ansetzen! Bei unserem Tauschmittel, das in seiner heutigen Machart und Handhabung zwanghaft die Monopolisierung der Wirtschaft vorantreibt. Die Ausgestaltung und Verwaltung des Geldes ist die zentrale Frage der Währung. Deshalb haben wir alle mit „Währungsproblemen“ zu kämpfen. Die zu lösen, wäre Aufgabe der Volkswirtschaftler. Nicht die der Betriebswirtschaftler! Denn mit betriebswirtschaftlichen Mitteln kann ein volkswirtschaftliches Problem nicht gelöst werden. Selbst alle Betriebswirte der Welt zusammen können Probleme, die volkswirtschaftlicher Natur sind, nicht lösen. Da müssen nun mal Volkswirte ran.

Doch genau da hängt der „sprichwörtliche Hammer“: Die Volkswirte, die gegenwärtig „das Sagen“ haben, wollen noch nicht einmal das Problem dort erkennen, wo es entsteht. Und so kommt es, dass sie „Unsinn“ reden, selbst wenn ihre Namen gelegentlich das Gegenteil vermuten lassen…

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