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KonjunkturentwicklungDeutschlands Wirtschaft boomt. Angeblich so sehr, dass wir den Rest von Europa „abhängen“. Die Deutschen schaffen das. Ist das eine gute Nachricht? Oder eine gute Nachricht mit einem Wermutstropfen? Eventuell sogar eine schlechte Nachricht? Auch für uns? Sicher kann man sich nicht sein – so viel ist sicher.

Aber das Auf- und Abschwingen der Wirtschaft, die „Ups and Downs“ der Konjunktur, steigende Kurse, fallende Kurse, rauf und runter, auf und nieder… ist das eigentlich nötig? Brauchen wir das? Sind das „Naturgegebenheiten“, die kommen und gehen wie Ebbe und Flut?

Vom Mond hängen die Konjunkturschwankungen jedenfalls nicht ab und wir können uns daher mit der „Fachwelt“ hoffentlich darüber einigen, dass es kein „natürliches Phänomen“ gibt, das als Ursache für das Auf und Ab in der Wirtschaft auszumachen ist. Warum aber gleicht unser Wirtschaften einem globalen Drama? Muss es so sein, dass ein Aufschwung immer nur kurz vor dem nächsten Abschwung stattfindet? Selbst wenn unsere Kulturgeschichte nichts anderes zu belegen scheint, als dass selbst grandiose Hochkulturen immer wieder verfallen sind und am Ende von der ganzen Wissenschaft, dem ganzen Wissen und den ganzen prächtigen Bauten nur ein paar Brocken für die Archäologen übrigbleiben, können wir die Frage stellen, ob es attraktivere und vor allem langlebigere Alternativen gibt. Diese Frage ist für die heute lebenden Generationen wichtig, denn wir sind es, die gerade „dran sind“ mit dem Untergehen und dem Untergang.

Wenn wir auf die wirtschaftlichen Schieflagen keine anderen Antworten finden als seinerzeit die alten Römer, dann teilen wir auch deren Schicksal. Nicht irgendwann irgendwelche unserer Nachfahren, nein, WIR, die wir heute mit unseren Kindern und Eltern, Enkelkindern und Großeltern die Erde bevölkern, sind jetzt „dran“! Uns geht es heute zwar noch viel besser als den Römern kurz vor ihrem Ende, doch gleichzeitig ist unsere Ökonomie viel komplexer und vernetzter als damals und es ging damals um 300 Millionen Menschen, heute aber um circa 7 Milliarden! Heute sind wir von Dingen abhängig, die aus Sand – in circa 800 unabhängig voneinander stattfindenden, über den gesamten Erdball verteilten Produktionsschritten – gefertigt werden. Gibt es diese „Dinger“ nicht, dann haben einige Milliarden von uns ein großes Problem. Die Rede ist natürlich von Computer-Chips. Doch die sind nur ein Beispiel dafür, in welcher Liga wir heute spielen und wie differenziert die Arbeitsteilung geworden ist.

Wir können die Beantwortung der drängenden Wirtschaftsfragen also nicht mehr auf kommende Generationen verschieben, wie es die Römer taten, weil sie halt nicht weiter wussten. An der heutigen Hochkultur hängen so gut wie alle Volkswirtschaften der Welt und der Untergang unserer Hochkultur hätte ziemlich finalen Charakter für den Homo sapiens. Natürlich kann man auch den untergehen lassen und darauf vertrauen, dass die Erde garantiert neue Arten hervorbringen wird. Doch noch gibt es Chancen für unseren Fortbestand und es ist noch nicht „aller Tage Abend“ für die Menschheit. Allerdings sollte es, wenn es denn weiter gehen soll, eben auch „verlässlich“ weitergehen – denn um die „Erhaltung des Lebens an sich“ brauchen wir uns tatsächlich keine Sorgen zu machen. Aber eine verlässliche Weiterentwicklung der Menschheit ist nun mal nur mit einer verlässlichen Wirtschaftsentwicklung zu haben! Schließlich gibt es noch genügend Unwägbarkeiten, denen sich der Mensch gegenüber sieht und mit denen er fertig werden muss: Von klimatischen Veränderungen über größere Katastrophen bis hin zu grassierenden Krankheiten und Seuchen. Es gibt so Einiges, was nicht „in unserer Hand liegt“… doch dazu zählt die Ökonomie nun einmal nicht!

Die Ökonomie und ihre Gestaltung liegen zu 100% innerhalb unserer Machbarkeit und so sicher wie es eine Medizin gibt, die sich jenseits von Quacksalberei entfaltet, so sicher kann es eine Ökonomie geben, die sich jenseits von Pfuscherei und Stümperei entwickelt. Wir können die gewünschten Ergebnisse mit Sicherheit erreichen, ohne uns gegenseitig die Butter vom Brot nehmen zu müssen, ohne einander um Rohstoffe betrügen zu müssen – und wir kommen sicher auch ganz wunderbar ohne elendig niedrige Mindestlöhne und Nacktscanner am Flughafen aus. Wir kommen sicher gut ohne all jene Maßnahmen aus, die derzeit seitens der Politik nur ergriffen werden, um die wahnsinnigen Verarmungsprozesse des Kapitalismus für die Massen etwas länger erträglich zu machen und die dem Versuch dienen, das Auseinanderreißen der Gesellschaft zu verzögern. Und der am Ende doch jämmerlich enden wird.

Die Frage „Wie wollen wir wirtschaften?“ können weder Politiker noch Experten vernünftig und vollständig beantworten. Aber auch Philosophen, links- oder rechtsdenkende Esoteriker, Therapeuten oder bewusstseinserweiterte Naturfreunde können dies nicht. Sie können vielleicht in die Richtung weisen, in die es gehen soll. Vielleicht lautet ihre Antwort: Mehr Gerechtigkeit, mehr Frieden, mehr Chancengleichheit für alle. Spätestens dann aber müssen klar und logisch denkende Ökonomen ans Werk gehen und aufzeigen, wie wir dorthin gelangen. Diese Ökonomen müssen einen Weg aus dem heutigen Labyrinth weisen, in dem es letztlich sogar für den Minotaurus kein Überleben gibt, weil er irgendwann einmal alle gefressen haben wird, die es zu fressen gibt.

Welche Opfer müssen wir einer Welt, die alle ernährt und alle am allgemeinen Wohlstand partizipieren lässt, bringen? In der Hauptsache sind es einige gedankliche Irrtümer, die zu opfern sind. Zum Beispiel jenen, nach dem man „sein Geld arbeiten lassen“ kann. Geld kann nicht arbeiten! Wer sein Geld „arbeiten“ lässt, lässt ihm unbekannte Menschen dafür schuften. Das ist „die feine Art der Sklaverei“. Damit sind nicht unbedingt unsere Unternehmer gemeint! Wir müssten dieser Welt auch den gedanklichen Irrtum opfern, dass die „Verstaatlichung der Produktionsmittel“ die bessere Monopolwirtschaft sei und wir uns von jedem Privatbesitz trennen sollten. Das ist Blödsinn – wie die Geschichte bereits gezeigt hat. Dass ich der Besitzer und Eigentümer meines Hauses, meiner Werkstatt, meiner Fabrik, meines Computers, meines Autos und meines Rasierapparates bin, das macht Sinn. Doch macht es Sinn, auch noch der Besitzer des Geldes zu sein, mit dem ich mir all diese Dinge kaufe? Reicht es nicht, wenn das Geld, das ich zur Anschaffung dieser Dinge und für meinen Lebensunterhalt brauche, mit großer Verlässlichkeit durch meinen Geldbeutel fließt? Dass es mich so beständig begleitet wie meine Arbeit. Gehört meine Arbeit mir? Und wieso sollte das Geld, das ich am Monatsende für meine Arbeit bekomme, plötzlich zu meinem Eigentum werden müssen, nur damit ich mir mit dem erhaltenen Lohn die Arbeitsprodukte anderer Menschen leisten kann? Das ist völlig unnötig!

Das Eigentum an Geld sichert mich nicht ab, es wiegt mich höchstens in der Illusion, mir könnte nichts passieren. Die einzige Sicherheit, die Geld für Menschen bietet, ist die, dass es beständig und auf Dauer seinen Nutzen entfalten kann. Und dieser Nutzen liegt darin, dass das Geld höchst simpel und effektiv dafür sorgt, dass die weltweit produzierten Waren reibungslos auf internationalem Niveau ausgetauscht werden. Die internationale Arbeitsteilung bleibt erhalten und verhilft uns so zum Computer. Ein Geld, dessen Funktion auf seine Tauschfähigkeit reduziert ist, macht keine Multimilliardäre mehr, weil es den Zins und Zinseszins überwindet. Alles was geschaffen und produziert wird, verteilt sich wiederum auf alle. Nicht gleichmäßig, denn Unterschiede im Einkommen bleiben ebenso wie in der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft.

Mit einem sozialisierten Tauschmittel werden nicht die Einkommensunterschiede nivelliert, sondern die Einkommen aus Zins und Rendite eliminiert! Die Gesellschaft müsste sich dann deutlich weniger mit „Hilfsprogrammen“ wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Mindestlöhnen jenseits der Anständigkeit, „bedingungsloses Grundeinkommen“ und Suppenküchen befassen, weil die „Kapitalkosten“ nicht immer größere Teile des Sozialproduktes auffressen würden.

Für eine sich selbst ausbalancierende Wirtschaft müssen wir also nur auf wenige Multimilliardäre und auf die Armut von Milliarden Menschen verzichten. Wäre das möglich? Ist das drin? Können wir das schaffen?

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