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Jetzt ist Irland dran Wir befinden uns in Irr-Land – auch Absurdistan genannt – und keiner weiß, wie wir da rauskommen, weil keiner weiß, wie wir dahin gelangt sind: Irland, die grüne Insel zeigt sich stur und will gar keine Hilfe. Winkt bei den EU-Milliarden ab. Das ist den Iren auch nicht zu verdenken, wenn man sich am Beispiel Griechenlands anschaut, was es heutzutage bedeutet, „gerettet“ zu werden.

Weiter steigende Defizite, noch mehr Arbeitslose, schleppende Gehaltszahlungen für die Staatsbediensteten, Straßenkämpfe, Sozialabbau, Kahlschlag der Kultur – das ist es, was die Griechen gerade erleben. Sollte es Irland anders ergehen? Warum? Und wieso will die EU Irland unbedingt unter den „Euro-Rettungsschirm“ zwingen? Im Falle Griechenlands wurde doch so getan, als ob solche „generösen Rettungsschirm-Aktionen“ die absolute Ausnahme bleiben müssten…

Doch schon damals, vor einigen Monaten, ging es nicht um Griechenland, sondern um den Euro. Der sollte gerettet werden. Und auch Irland wird daher klein beigeben und die Eurohilfe annehmen. Schmach hin oder her. Denn die andere Möglichkeit, wieder eigenes „irisches Geld“ zu emittieren, wäre auch nicht die Lösung. Auch damit ließe sich keine „Währung“ machen, denn ein neu geschaffenes „irisches Pfund“ würde sofort „inflationieren“. Schubkarrensaison in Dublin – denn zum Broteinkaufen bräuchte man wieder größere Geldbehältnisse, zumindest bei den paar Leuten, die noch verdienen. Die Rentner, Studenten und Arbeitslosen könnten zuhause bleiben, denn deren Geldbeutel würde die Inflation meiden. Da wäre Ebbe. Aus die Maus. Und es gäbe noch nicht einmal ein Amerika, in das die Iren auswandern könnten…

Es ist auch kaum davon auszugehen, dass China im Ausland auf die Suche nach Arbeitskräften geht und die in Deutschland fehlenden Fachkräfte wird man wohl ebenfalls nicht in Irland vermuten. Irland steht den gleichen Problemen wie Griechenland gegenüber. Damit stehen die beiden Volkswirtschaften aber nicht allein. Es gibt noch viele Kandidaten, die wanken und fallen werden. Wer logisch genug denkt, der erkennt, dass alle wanken und dass kein Land und keine Nation am Ende als „Sieger“ hervorgehen wird. Unser Wirtschaften ist schon lange zu einem globalen „Spiel“ geworden, das nur dann läuft, wenn alle mitspielen können.

Doch was tun unsere Volkswirte? Die werden wieder deutsch! Zum Beispiel der „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger, der sich große Sorgen um den Euro macht. Er weiß, dass die Schulden so viele Zinsen kosten, dass die Wirtschaft allerorten abgewürgt wird, während gleichzeitig nur wenige „8000er“ in der Vermögenslandschaft entstehen. Der Rest geht unter. Deshalb muss „gespart“ werden. Rigoros. Die starken Länder sollen dabei den schwächeren Staaten helfen. Und wenn ein Land zu schwach ist, um rigoros zu sein, dann muss es bestraft werden. Auf gut deutsch: Wenn die Griechen und die Iren es nicht schaffen, ihr Defizit auf die Vorgaben aus Brüssel zu drücken, müssen deren Gläubiger an der Schuldentilgung beteiligt werden. Schließlich sind irische und griechische Milliardäre selbst schuld, wenn sie der eigenen, ach so „maroden Wirtschaft“ Geld zur Verfügung gestellt haben. Onassis dürfte jetzt schon im Grab rotieren...

Der Gedankengang von Bofinger ist verständlich. Allerdings nur, wenn man erkennt, dass dieser Menschen ein „Wirtschaftswaisenkind“ ist! Sein Vorschlag ist perfide und dumm und er wird der Welt insgesamt nicht helfen, die internationale Arbeitsteilung aufrecht zu erhalten, weil immer mehr Produktionen einbrechen werden. Selbst die archaisch anmutende Eisenerzförderung in Mauretanien ist für die gesamte Welt wichtig und es kann nicht auf sie verzichtet werden, wenn man in Hildesheim weiterhin per Skype mit den Enkeln in den USA kommunizieren will. Alle großen Produktionen in der Welt hängen voneinander ab, bedingen sich gegenseitig, sind unverzichtbarer Bestandteil einer langen Kette, die über tausende Kilometer völlig anonym nur über das Geld zusammengehalten und strukturiert wird. Die „guten und klugen Gläubiger“, wie sie Bofingers Ansicht zufolge in Deutschland vorkommen, dürfen seiner Meinung nach natürlich nicht an den Schulden- bzw. „Zinszahlungsverringerungsmaßnahmen“ beteiligt werden. Am Ende – so hofft Herr Bofinger wohl – stehen alle Vermögens-8000er der Welt in Deutschland… und damit wären dann zumindest die deutschen Milliardäre gerettet. Ebenso wie jene, die sich vor den irischen und griechischen Hungerrevolten nach Deutschland gerettet hätten…

Dann sind da noch die Politiker. Merkel, Sarkozy, Juncker und wie sie alle heißen, die auch sehr hinterher sind, den Euro zu retten. Warum? Weil mit der Rettung des Euro „die Reichen gerettet“ und in der Folge ihre gut dotierten Posten in den Parlamenten und EU-Kommissionen als „gesichert“ betrachtet werden könnten! Wenige Milliardäre und viele Millionäre, die auch Milliardäre werden wollen, brauchen eben Steigbügelhalter und „Pfründeverteidiger“. Wenn sie wenigstens zugeben würden, dass sie einfach nur ihr Salär verteidigen wenn sie von der „Rettung des Euro“ sprechen und dass sie bereit sind, dafür selbst Massenarbeitslosigkeit und Massenelend in Kauf zu nehmen. Jeder Feuerwehrmann aus Hintertupfingen weiß, was diese Politiker anscheinend nicht mehr rührt: Dass die Rettung von Menschenleben vor der „Rettung der Dinge“ zu stehen hat!
Doch selbst wenn sich die Politiker etwas mehr „in Wahrheit üben“ würden, wäre das Währungsproblem nicht gelöst. Der Euro kann nicht mehr gerettet werden! Das ist völliger Nonsens. Schließlich folgt diese Währung den Regeln einer mathematischen Funktion (Exponentialkurve), die sich nicht an „politische Absprachen“ hält und auch vor den schlimmsten Alpträumen der Regierenden nicht „einknickt“. Der „Zinseszinsfunktion“ ist auch völlig egal, wie viele Arbeitslose die Erde bevölkern, ob gestorben wird oder nicht, ob sich der Urwald ausbreitet und der Homo Sapiens im Dunkel der Geschichte versinkt – oder ob es zivilisiert zugeht auf diesem Planteten. Das könnte unseren „Herrschenden“ jeder Mathematiklehrer ab der Sekundarstufe bestätigen.

Angela Merkel jedoch fällt zu alledem nichts Besseres mehr ein als das Folgende: „Das Allerwichtigste ist, dass wir neben den beschlossenen Rettungsmaßnahmen unsere Wirtschaftskraft besser aufeinander abstimmen.“ Auf gut deutsch: Der tägliche Kalorienverbrauch und die anfallenden Bedürfnisse – fein säuberlich in die Kategorien „notwendig“, „okay“ und „überflüssig“ einsortiert – nebst der täglich in den verschiedenen Sparten europaweit zu leistenden Arbeitsstunden der insgesamt 500 Millionen Europäer muss nun endlich genau berechnet werden, damit im europäischen „Wirtschaftsaufeinanderabstimmungsamt“ geplant werden kann, wer, in welchem Land, wann und wie viel produziert, verschifft, einführt, arbeitet…

Und zu guter Letzt gibt auch noch die Kirche ihren Senf dazu und Erzbischof Reinhard Marx fordert von der Politik einen „ethisch inspirierten Ordnungsrahmen für die Wirtschaft“. Der Wahnsinn logiert eben nicht nur im Kabinett, sondern auch in der Sakristei.

Wir vom Freiheitswerk fordern einfach nur einen Stempel auf den Geldschein, damit die umlaufende Geldmenge dem Warenangebot ständig und präzise angepasst werden kann. Wenn die Notenbanker diese Anpassung vornehmen, können sie die Geldmenge nach Bedarf steuern – und dann haben wir eine Währung. So einfach ist das!
Das ist einfach und bleibt einfach, auch wenn Wirtschaftsweise, Politiker und Kirche das nicht einsehen können und weiterhin versuchen, die „Warenseite“ dem Geld anzupassen. Immer nach dem Motto: Wenn die Zinsfunktion es erfordert, dann muss eben gestorben werden…

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