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Der Eurorettungsschirm„Hui, was ist denn das?“, denkt sich der interessierte Mensch und klickt sich aufgeregt durch diverse aktuelle Spiegel-Online-Artikel. Eine Geldreform? Die könnten wir gebrauchen! Die brauchen wir tatsächlich und letztlich geht es gar nicht ohne.

Wir brauchen sie mindestens so dringend wie ein Mensch Schuhe bräuchte, der durch ein abgemähtes Brennnesselfeld läuft. Würden wir diesem Menschen das Foto von einem Paar Wanderstiefel zeigen, dann hätte er – bildlich gesprochen – genau so viel davon wie die Menschen Europas von dem, was die in Brüssel Verhandelnden mal schnell als „europäische Geldreform“ bezeichnen.

Ist es gemein, einem Verhungernden das Wort „Schokoladentörtchen“ ins Ohr zu flüstern? Wir meinen ja. Hundsgemein sogar. Doch nichts anderes machen unsere Kanzlerin und die übrigen Staats- und Finanzchefs der europäischen Länder, die gerade in Brüssel über die „Rettung des Euros“ diskutieren und mithin über seine Zukunft entscheiden. Das Wort „Währung“ taucht erschreckend selten in den diese Angelegenheit betreffenden Statements auf – und das sagt bereits alles!

Den Europäern eine echte „Währung“ zu geben, wäre das Einzige, das die Zukunft all dieser Menschen kalkulierbar machen und segensreich gestalten könnte. Doch eine Währung zu machen ist nicht einfach für Menschen, die noch nicht einmal wissen, was eine Währung überhaupt ist! In Brüssel sind von diesen Leuten etliche versammelt. Noch dazu solche, die von den verschiedenen Völkern Europas geradezu „fürstlich“ dafür bezahlt werden, dass sie die Dinge so regeln, dass sie funktionieren und „alltagstauglich“ sind. Daher ist es ein Drama, dass sich der „Wert“ dieses Euro-Gipfels bestenfalls in der Kaloriensumme der gereichten Pausenhäppchen bemessen lässt – eine andere Kategorie, die Sinn machen könnte, ist jedenfalls nicht zu erkennen.

Menschen, die „den Euro retten“ wollen, können nicht ganz bei Trost sein! Vor allen Dingen dann nicht, wenn sie bei ihrer „Rettungsaktion“ ohne das Wort „Währung“ auskommen. Und die nächtlichen Tagungsergebnisse solcher Personen können sich in ihrer Bedeutung nur unerheblich von den Malergebnissen unterscheiden, die eine Kita-Gruppe von Vierjährigen kurz vor dem Mittagessen auf ihren Zeichenblättern vorzuweisen hat. Gewiss, das sind harte Worte, doch sind sie beinahe noch zu sanft, um aufzuzeigen, was da an „höchster Stelle“ veranlasst – oder eben nicht veranlasst – wird, um unsere Wirtschaft vor weiteren „Zusammenbrüchen“ zu schützen. Denn in der Realität müssen weder der Euro, noch der Dollar „gerettet“ werden, sondern der eine wie der andere müssten „umgestaltet“ werden.

Sinn macht es, die Menschheit davor zu bewahren, dass die internationalen Tauschbeziehungen, welche die Basis für eine hochkomplexe Arbeitsteilung bilden, auseinanderbrechen. Denn ohne einen funktionierenden Welthandel und eine Güterproduktion auf dem heutigen Niveau können sich schon nach wenigen Tagen nicht mehr viele von den gegenwärtigen 7 Milliarden Menschen auf den Beinen halten. Natürlich gibt es einige Stellen auf diesem Planeten, da bekommt man fast alles was es zum Leben braucht nahezu „frei Haus“ und sogar das Wetter spielt mit. Doch etwas abseits dieser Orte werden sich, wenn der globale Warentausch nicht mehr funktioniert, Dramen von schier unglaublicher Brutalität abspielen – welche so überflüssig sind wie Kühlschränke in der Arktis!

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass genau dies geschehen wird, wenn es den Menschen bei ihren wirtschaftlichen Aktivitäten an einem tauglichen Tauschmittel fehlt. Wirtschaftliche Aktivitäten – also die Herstellung von sinnvollen und auch weniger sinnvollen Dingen – geht nur so lange, wie diese Dinge ihren Weg vom Hersteller zum Verbraucher finden. Und diesen Weg pflastern nun mal Münzen und Scheine. Wenn diese „Geldzeichen“ als Tauschmittel ausfallen, weil sie entweder zu „wertvoll“ (Deflation) für den Geldbesitzer geworden sind oder aber zu „wertlos“ (Hyperinflation), pflastern Leichen unsere Wege. Das ist schon so oft im Verlauf der menschlichen Kulturgeschichte geschehen, dass wir Stoff für 1.000 Jahre Phönix-Dokumentationen haben und keinen weiteren Kulturzusammenbruch mehr brauchen, um Langeweile vor der Glotze zu vermeiden.

Was auch immer in Brüssel nun erarbeitet wurde, ist „Kappes“ und von einer „Geldreform“ so weit entfernt wie ein Irrer vom Verstand. Was dort beschlossen wurde, macht die Zukunft nur noch rauer und unwägbarer. Zunächst für die Bewohner von Ländern wie Griechenland oder Irland. Denn die Staaten, denen es nicht gelingt, in kürzester Zeit „ihre Bevölkerung der umlaufenden Geldmenge anzupassen“, werden am Ende gebeten werden, der „modernen Euro-Architektur“ – so der Brüsseler Sprachgebrauch – künftig fern zu bleiben und wieder mit ihren Vor-Euro-Geldscheinen zu „dealen“. Diese werden dann mit einer Wucht inflationieren, dass der Urlaub an den Gestaden Griechenlands wieder fantastisch billig wird – zumindest für die Bewohner der „Euro-Kernländer“.

Das deutsche Volk wird allerdings von seiner europäischen Nachbarschaft nicht besonders gut angesehen werden, gerade weil es ihm vermutlich länger gut gehen wird als den heutigen „Wackelsteinen“ der Euro-Architektur. Wenn den Griechen dann klar wird, dass Streik und Protest im eigenen Land nichts nützen, könnte es durchaus sein, dass die Randale geografisch verlagert wird. Denn Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben und keinen Weg sehen, wie der Magen noch zu füllen ist, waren schon immer „gewalt- und marschbereit“.

Natürlich wäre es besser und klüger, würden wir die umlaufende Geldmenge der Wirtschaftsleistung anpassen, anstatt den umgekehrten Weg zu nehmen und die Bevölkerung zu dezimieren, nur weil das Geld nicht mehr so recht umlaufen will und immer schneller auf die wenigen, riesigen Vermögensberge wandert. Doch unsere Politiker handeln offensichtlich nach dem Grundsatz, dass man einer „abnehmenden umlaufenden Geldmenge“ auch mit einer „Abnahme der umherlaufenden Bevölkerung“ begegnen kann. Was man als eine „aus Unverstand geborene Lösung“ bezeichnen kann, da dieser Weg – zumindest vorübergehend – sogar funktionieren wird.

Anscheinend ist dieses Vorgehen für eine Frau Merkel und einen Herrn Sarkozy nicht zynisch, sondern logisch. Ähnlich, wie auch eine Marie Antoinette im Frankreich des 18. Jahrhunderts nicht verstehen wollte, warum ihre Landsleute denn keinen Kuchen aßen, wenn sie keine Brot mehr hatten? Seit damals hat sich erkenntnistheoretisch bei den Herrschenden nicht viel getan. Zumindest nicht, was Geld und Währung angeht.

Allen, die nicht länger so unbedarft „daherquatschen“ wollen wie Frau Merkel und Herr Sarkozy, seien die folgenden Texte empfohlen:

"Die natürliche Wirtschaftsordnung" von Jean Silvio Gesell

"Die NWO" von uns

"Freigeld" von uns

"Währung" von uns

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