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GoldmoscheeReligion und Ökonomie sind miteinander verflochten - und wollen es eigentlich nicht sein. Zumindest nicht so offensichtlich. Die christlichen Religionsvertreter geben sich gerne den Anschein, an Geld und Profit recht wenig interessiert zu sein. Jeder weiß, dass das nicht so ganz stimmen kann. Die Kirchen besitzen dafür zu viel an Kapital und an Boden. Verarmte Kirchengemeinden belegen nicht das Gegenteil. Vor Jahrhunderten waren Geldgeschäfte so verachtet, dass nur Angehörige des jüdischen Glaubens diesen Geschäften nachgehen durften. Und man kann sagen, sie haben ihre Chance genutzt! Was man ihnen im Verlauf der Zeit dann arg übel genommen hat.

Alles dreht sich um den Zins. Schon vor Jesu Zeiten war klar, dass der Zins die Gesellschaft im Laufe der Jahrzehnte zerstört und immer mehr Arme hervorbringt, während einige wenige Menschen immer reicher werden und ihr Gold und Silber am Ende gar nicht mehr ausgeben können. So setzte man in der jüdischen Gesellschaft alle 50 Jahre sämtliche Schulden auf Null, damit das Spiel weitergespielt werden konnte. Die jüdischen Geldhändler und Bankiers des Mittelalters durften vom eigenen Volk keine Zinsen nehmen, wenn sie Kredite vergaben, wohl aber von den Muslimen und den Christen.

Die Römer lösten das Problem mit Proskriptionen. Wenn das meiste Geld in den Schatztruhen der römischen High Society gelandet war, wurden Listen mit Namen ausgehängt, deren Träger zum Abschuss freigegeben wurden. So gelangten dann andere an die Schatztruhen und konnten Hallen, Thermen, Straßen und Paläste davon bauen lassen. Was die Probleme eine Zeit lang löste, denn es gab wieder bezahlte Arbeit.

Die Christen versuchten es mit dem kirchlichen Verbot des Zinsnehmens... was nur zu höheren Zinsen führte! Schließlich lässt sich kein Geldbesitzer verbieten, sein Geld gegen Gebühr zu verleihen. Dann lässt er es lieber im Safe. Wer nun Geld wollte – und das war jeder, der sich eine weiterführende Existenz aufbauen wollte und nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren war –, der musste am Ende noch tiefer in die Tasche greifen, um an Kapital zu kommen. Gefahrenzulage für den Verleiher, sozusagen. Irgendwann nahm man Abstand von diesem Zinsverbot und seither hat die Kirche nichts mehr zu diesem Thema verlauten lassen.

Die Muslime bannten auf ihre Art und Weise den Zins. Und sie tun es mit wesentlich mehr Durchhaltevermögen als die Christen. Bis heute gilt das „Zinsverbot“ in den islamischen Gesellschaften. Kostenlos ist Kapital dennoch nicht. Zinsen werden nur anders genannt: Gebühren, Beteiligungen, etc. Doch auch diese Umgehung hat ihren Preis! Der ungehinderte Zins sorgt zu gegebener Zeit für eine rasche wirtschaftliche Entwicklung, denn er sorgt für „rosige Zeiten“ bei den Kapitalgebern und den Produzenten. Sozusagen für Aufbruchsstimmung. Leider ist der Zinseszinseffekt so dramatisch, dass schon nach wenigen Jahrzehnten Geld und Vermögen so ungleich verteilt sind, dass die wirtschaftliche Entwicklung immer mehr Menschen enteignet und in überschuldete Wirtschaftssubjekte verwandelt, die keinen Kredit mehr bekommen und naher nie mehr etwas auf die Beine stellen können. Auf den Aufbruch folgt also der Zusammenbruch.

In den islamischen Ländern hat man sich in den vergangenen Jahrzehnten auch großen Illusionen hingegeben. Durch die Abbremsung des Zinses entwickelten sich die arabischen Volkswirtschaften nur sehr langsam. Bis heute sind keine nennenswerten Produktionen aus Arabien auf dem Weltmarkt. Außer den Rohstoffen. Das Öl in erster Linie. Das macht aber nur einige wenige arabische Länder und deren Herrscherhäuser steinreich. Die nicht erdölfördernden Länder müssen Olivenöl oder Arganienöl verkaufen. Aus Damaskus war die Olivenseife bekannt... doch davon kann man sich kaum ein modernes Leben ermöglichen. Und wie man sieht sogar kein altmodisches mehr! Man kann sich also vorstellen, wie arm die durchschnittliche arabische Bevölkerung war und ist und wie sehr die Dortgebliebenen von den Zahlungen der ausgewanderten Familienangehörigen abhängig waren und sind. 

Was Jahrzehnte der Verarmung und Unterdrückung anrichten können, erlebt heute die gesamte arabische Welt. Wir hätten es vorher wissen können, wenn wir aus der Geschichte die richtigen Schlüsse ziehen würden. Doch das tun wir beim Thema Geld einfach nicht! Beim Thema Geld ist es mit der Wissenschaftlichkeit vorbei. Da werden Menschen lieber politisch oder eben religiös. Es wird bei Marx und Engels, in der Bibel, dem Koran oder in der Thora nach Lösungen für die Verwerfungen in der Geschäftswelt gesucht. Leider sind selbst so genannte „Währungsexperten“ keinen Schritt weiter und zimmern sich zum Teil recht krude Theorien zusammen, die wenig mit den volkswirtschaftlichen Realitäten und Bedingungen zu tun haben. Je weniger praxistauglich ihre Ideen sind, umso engagierter und vehementer werden sie dargeboten. Zuminest kann man diesen Eindruck gewinnen.

Dabei ist dies vergleichbar mit jenen Zeiten, in denen Schamanen und andere „Heilkundige“ in gewürfelten Tierknochen die richtige Behandlungsweise von Krankheiten suchten. Man hat auch schon Dung auf Wunden gelegt, um sie besser heilen zu lassen. Und so kann man den überwiegenden Teil des etablierten „Wissen“ zum Thema Geld als „Mist“ bezeichnen und die Menschen nur aufrufen, sich auf dem Gebiet der Währung mit etwas mehr Sachverstand zu bewegen. Mit solchem Sachverstand kann man sich durch die Schriften von Jean Silvio Gesell ausstatten.

Ihm ergeht es noch ähnlich wie seinerzeit Ibn Sina, der als einer der ersten Ärzte taugliches medizinisches und heilkundliches Wissen zusammentrug. Ihm wurde auch lange Zeit misstraut. Man blieb lieber bei den Tierknochen und dem Dung. Doch irgendwann entschieden sich die Menschen, dass sie leben wollten - und so kam Ibn Sina posthum zu größerem Ruhm als zu Lebzeiten. Silvio Gesell wird es ähnlich ergehen. Doch da von der Währungsfrage und ihrer professionellen Lösung das Leben von Milliarden Menschen abhängt, sollten wir uns sputen. Denn letztlich geht es um unser aller Leben! Daher:

Gehen wir es an!

 

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