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… dann kann die Begrenzbarkeit von Geld nicht mehr sichergestellt werden. Dann kann die Geldmenge nicht der Waren- und Leistungsmenge angepasst werden, damit die Preise stabil bleiben. Die Preise würden fortwährend steigen.

Das Nachsehen hätten:
die Nichtproduzenten,
die Nichtlesegerätbesitzer
(elektronisches Geld ist undenkbar ohne Lesegeräte) oder
Besitzer von defekten oder manipulierten Lesegeräten.
Das Nachsehen hätten:
Kunden von Besitzern mit manipulierten Lesegeräten,
Kinder, die von ihren Eltern kurz gehalten werden.
Das Nachsehen hätten:
Freiheitsliebende Menschen oder Menschen, die woanders eine neue Chance suchen,
Freunde der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und die Freunde der Einfachheit.

Wie kann die Geldmenge begrenzt werden, wenn Bargeld abgeschafft wird?
Wird die Reproduktion von Tauschmitteln in die Hände von IT-Experten gelegt, dann kann sich bald jeder Hacker, der auch schon mal die NASA oder das Pentagon anzapfen kann,  auch sein Konto in einer Weise aufbessern, dass es keiner merkt. Das ist keine Verschwörungstheorie. Wenn es nur in Bruchteilen von Sekunden gelingen würde, Einzahlungen von einem Konto zum anderen solange fortzusetzen, bis der Aufwand, diese Spur zurückzuverfolgen, nicht mehr effektiv ist, dann können Einzahlungen auch elektronisch gewaschen werden. Wie sicher könnte ein System sein, welches die Kontrolle von IT-Experten über die Geldmengenherstellung darstellt, selbst wenn diese von IT-Experten kontrolliert werden sollen? Wer bucht wem wie viel Geld aufs Konto? Ich dir, du mir? So wir uns in den Tiefen und Logiken von Bits und Bytes ausreichend auskennen, und in einer angemessenen und spurlosen Vermehrung unserer Marktansprüche eine ausreichende Herausforderung sehen. Wie viel Equipment benötigt es für die Vervielfältigung von elektronischem Geld?

Kann mit Papiergeld der gleiche Missbrauch getrieben werden, wie mit elektronischem Geld?
Schauen wir uns die Möglichkeiten etwas näher an. Die Herstellung von Papier kann in ihrer Quantität und Qualität auch von Laien besser überblickt werden, als die Möglichkeiten mit einem Tastendruck, Trilliarden zu „erzeugen“. Bis der Geldstoff für Trilliarden in Papierform entstanden ist, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden, benötigt es Zeit. Zeit, die Kontrolle, wirksame Kontrolle benötigt. Die Nummerierungen auf den Geldscheinen, ermöglichen die Fälschungen einzugrenzen. Wie sollen elektronische Gelder noch „individualisiert“ werden? Wie soll auf elektronischem Wege auch nur ansatzweise, echtes von falschem Geld unterschieden werden. Ein todsicheres System mag es auch auf dem Papierwege nicht geben. Doch deswegen auf wirksame Kontrolle vollständig zu verzichten und auf Elektronik zu setzen, kann für die Währungsgestaltung nicht der Maßstab sein.

Was geschieht wenn die Vermehrung der Geldmenge keiner bemerkt?
Keiner? Der Markt merkt es, wenn Tauschmittel in den Markt gelangen, für die keine Leistung oder Ware bereit steht. Dann steigen die Preise. Warum sind steigende Preise so unerwünscht?
Steigende Preise verhindern den Anreiz, überschüssiges Geld, weiterzuverleihen damit es investiert werden kann. Mit steigenden Preisen, wird der Konsum, nicht die Investition gepusht. Es wird wie verrückt produziert, jedoch nicht für die Zukunft. Das führt zum Zusammenbruch. Verstärkter Kauf führt zu verstärkten Einnahmen. Verstärkte Einnahmen sind die Voraussetzung für Überschüsse.  Überschüsse, die Voraussetzung für Investitionen. Trotzdem führen diese Überschüsse nicht in die Investition. Warum nicht? Gebe ich überschüssiges Geld bei einem Preis X für 1 Ware Y ab, dann bekomme ich es später zurück bei einem gestiegenen Preis X ++ für 1 Ware Y. Steigt der Preis für 1 Ware Y, dann muss ich von dem zurückgezahlten Geld mehr geben, um diese zu bekommen. Hier müsste der Zins auch für kleine Sparer hoch genug sein. Doch dann laufen wir wieder in andere Fallen hinein.
Bei steigenden Preisen fehlt die Initiative das überschüssige Geld zu verleihen. Es wandert in den Konsum. Fast nur in den Konsum. Angespartes Eigenkapital? Auch Fehlanzeige. Wer auf eine Maschine spart, bekommt sie auch stets teurer, je länger er damit wartet. Weil bis hin zum Rohstoff alles teurer wird, wenn der Konsum getrieben wird.

Kann die Geldmenge nicht begrenzt werden, sind Mindestanforderungen an eine Währung nicht erfüllt.
Die Begrenzung der Geldmenge ist alles andere als eine Nebenforderung an ein funktionierendes Tauschmittel oder ein funktionierendes Tauschsystem. Es bedeutet auch, dass jene Bevölkerungsgruppen, die nicht am Produktionsprozess teilnehmen, wie etwa die immer zahlreicher werdenden Altersrentner, die Sehschwachen oder die Invaliden mit ihren Bezügen, den galoppierenden Preisen hinterschauen oder hinterherhinken. So schnell kann kein Büro die Gesetze ändern, die eine fortwährende Anpassung dieser immer zahlreicher anfallenden Bezüge an das steigende Preisniveau notwendig machen würde. Die Bezüge müssten an die nominal steigenden Umsätze gebunden werden, was einen enormen Rechenaufwand für alle Beteiligten bedeuten würde. Den höchsten hätten aber immer noch die Nichtproduzenten. Heute kostet ein Brot 80 morgen kostet es 120, habe ich auch soviel mehr Rente bekommen?
Außerdem, würde der Anreiz, für einen in die Zukunft verschiebbaren Warenanspruch zu arbeiten, nicht mehr wirksam gegeben sein. Es würden Anreize für eine hervorragende Arbeit, für Gründlichkeit, für Kreativität, für Meisterschaft, für Fertigkeiten verloren gehen. Eine nicht gesicherte Begrenzbarkeit der Geldmenge erzeugt die Ansicht, dass Dinge in der Zukunft weniger wert sind, als in der Gegenwart. Wie soll damit ein nachhaltiges Produzieren ausgelöst werden?
Irgendwann könnte (würde!) das Geld nicht mehr geachtet werden, wenn es nicht an das Waren- und Leistungsangebot angepasst werden kann.

Wer kann den Gedanken denken, dass die Geldmenge auch elektronisch wirklich begrenzt werden kann?
Von den kleinen Schwierigkeiten abgesehen, dass ich für eine Transaktion immer auch ein Lesegerät benötige, dass nicht auf CO2 neutraler Basis entstanden ist und betrieben wird  - nämlich mit Akkus oder mit Strom, also mit Öl, oder Kohle oder mit Photovoltaik, die mit Öl oder Kohle hergestellt werden. Ein Handwechsel von E-Geld, kann nicht mehr überall ohne technische Hilfsmittel erfolgen. Er benötigt Technik. Bargeld benötigt für die Transaktion im gleichen Raum keine Technik. Technik für die Überweisung im Geldfernverkehr benötigt Bargeld bzw. Zentralbankgeld. Elektronisches Geld wird an bestimmten Knotenpunkten benutzt, damit die Übertragung über größere Entfernungen die Benutzung von Geld fördert. Bargeld wird im Hintergrund bewegt, weil elektronisches Geld nur den Vorgang der Bargeldbewegung dokumentiert. Niemals jedoch ersetzt. Damit Entfernungen die Übertragung von Geld nicht hemmen.

Doch was, wenn sich die Tauschpartner gegenüberstehen? Warum braucht es dann Technik?
Möchte ein Kind einen Einkauf zum Nutzen der kranken Eltern erledigen, dann benötigt es Technik. Es braucht dann die Cashcard von Mama oder Papa. Jeder der etwas zu verkaufen hat, braucht ein handliches, am besten ein mobiles Lesegerät, sonst kann er kein Geld in Empfang nehmen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es keine Bettler mehr geben muss, können Kinder nicht mehr einfach an der Straße ihre Spielsachen verkaufen, wenn sie kein Lesegerät besitzen.
Jede Transaktion wird belegt. Vielleicht wird das Geld von Kindern auch in Zukunft noch treuhänderisch durch die Erziehungsberechtigten verwaltet. Mit dem Wegfall von Bargeld ist die Möglichkeit verwehrt, einem Kind, das von den Eltern aus welchen Gründen auch immer kurz gehalten wird, mal einen „Zehner“ zuzustecken, auf das die Eltern keinen Zugriff haben sollen.

Können Lesegeräte manipuliert werden? Braucht es Quittungen, wenn ich mit meiner Karte bezahle?
Wir meinen ja. Es benötigt Papier, damit ich nachweisen kann, dass der Preis, den ich elektronisch entrichtet habe, nicht höher war, als der vereinbarte Preis. Soll ich jetzt die Quittungen sammeln, bis ich das nächste Mal die Gelegenheit habe meinen Kontostand am Rechner zu überprüfen, um überhaupt zu überprüfen, dass der richtige Preis vom Lesegerät eingezogen wurde. Wie schnell habe ich die Scheine in der Kasse gezählt. Wie lange brauche ich, um mich gegenüber meiner Bank zu identifizieren. Überprüfe ich die Geldsumme in Papierform, bleibt mir diese Phasenverschiebung zwischen Tausch und finaler Kontrolle dieser Korrektheit des Tausches, erspart.
Kann ein Lesegerät einen technischen Defekt haben, der auch den Geldempfänger benachteiligen kann?
Ja. Der Akku kann hinüber sein. Er kann in dem Moment den Geist aufgeben, in dem ich auf dem Markt ohne externe Stromversorgung meinen Handel treibe. Brauche ich jetzt wenigstens eine Rückversicherungslösung? Einen 2. Akku oder ein 2. Lesegerät? Kann jeder einwandfrei prüfen, ob er im Moment des Tausches nicht zu viel verliert oder gewinnt?
Kann unser Vertrauen in eine schwarze Kiste größer sein, als in unsere Fähigkeiten 1 und 1 zusammenzuzählen?
Mit jeder Übertragung von Geld wird gleichzeitig ein Beleg angefertigt. Die Anzahl dieser Belege zu vermehren, kann nicht die Idee dieses Vorschlages sein. Die Spur aller Transaktionen mit elektronischem Geld lückenlos nachvollziehen zu können - anhand der lückenlosen Belege - kann nicht das Ideal eines freien Menschen sein, selbst wenn er sich nichts vorzuwerfen hat. Mit der Geldbenutzung sendet jeder fortwährend Informationen über seinen Aufenthaltsort an Fremde. Ist der persönliche Aufenthaltsort, die freie Wahl des Aufenthaltsortes ein Gut, dass es zu schützen lohnt? Was könnte es bedeuten, wenn jederzeit bestimmte Leute, wissen könnten, wo sich jemand aufhält?
Die Erstinvestition von ausreichend funktionierenden Lesegeräten (wie viel Marktteilnehmer peilen wir denn in einer als glücklich zu nennenden Welt an?), die nicht vierteljährlich durch bessere ersetzt werden müssen, könnte sich schwierig gestalten. Akkus und Gehäuse benötigen Rohstoffe, die nicht in solch einer  verschwenderischen Größenordnung wie Papier oder wie Baumwolle vorkommen.

Es reicht. Es müsste an dieser Stelle hinreichend geklärt sein, weshalb wir nicht auf Bargeld verzichten können und auch nicht verzichten können wollen. Zumindest jene, die  bei der Errichtung einer funktionierenden Wirtschaftsweise mit dabei  sein wollen.

 

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