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Eine kurze, etwas technokratisch formulierte Abhandlung über Freigeld.

 

Was ist Freigeld?

Freigeld ist Tauschmittel. Nur Tauschmittel. Freigeld ist umlaufgesichert. Freigeld ist öffentliches Gut. Freigeld hat keinen Kapitalcharakter. Denn Freigeld ist Geld, das keinen Zins erwirkt. Freigeld ist an sich wertlos, doch höchst nützlich. Mit Geld ist ausschließlich der Geldschein gemeint. Giro- und Sparguthaben stellen Ansprüche auf Geld dar.

 

Was bedeutet der Name Frei-Geld?

Das Wort „frei“ weist auf eine zentrale Wirkung des Freigeldes hin: es schafft eine (monopol)freie Marktwirtschaft. Haltbares, den Waren überlegenes Geld zählt neben dem Boden zu den beiden Urmonopolen in unserer Wirtschaft. Geld und Boden sind sozusagen die Eltern aller uns bekannten Monopole.

 

Wozu Freigeld?

Geld muss im Umlauf sein - der Rubel muss rollen – damit Ware umgesetzt werden kann. Der Freigeldschein wird mit einem Datum versehen, ab dem der ungenutzte Geldschein einen Verlust, einen Abschlag hinnehmen muss. Der Verlust beträgt etwa 5% pro Jahr, nach 20 Jahren ist damit ein Geldschein, der ungenutzt im Tresor lag, nicht mehr als Geldschein zu verwenden. Diese Maßnahme bewirkt, dass Geldscheine nicht mehr verlustfrei dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden können. In der Fachwelt wird dieser Verlust auch Umlaufgebühr genannt.

Dem heutigen Geld fehlt dieser Aufdruck und kann so verlustfrei dem Kreislauf vorenthalten werden. Seine Haltbarkeit sorgt dafür, dass es zugleich auch als Wertaufbewahrer genutzt wird, was es allen Waren gegenüber zum Joker macht. Dies bedeutet eine strukturelle Besserstellung der Geldbesitzer gegenüber den Warenbesitzern, die ihren Ausdruck im Zins findet. Überschüssiges Geld wird dazu genutzt, Zins und Rendite zu erzielen. Zins und Zinseszins vergrößern die Überschüsse exponentiell. Der in der Wirtschaft notwendige Geldumlauf bleibt nur dann erhalten, wenn die erzielten Überschüsse, als Kredite immer wieder in den Kreislauf zurückfinden.

Dieser Geldumlauf gerät jedoch dadurch ins Stocken, dass sich die als Vermögen bekannten Überschüsse "ungleichmäßig" sammeln, konzentrieren. Vermögen wird nur gegen Belohnung freigegeben. Damit wird das Vermögen vergrößert - ohne eigene Leistung - und das vergrößerte Vermögen wird wiederum nur gegen noch mehr Belohnung freigegeben. So kann der Geldumlauf faktisch nur auf der Basis dieser Umverteilung aufrechterhwalten werden. Fänden sich keine oder nicht genug Schuldner, bliebe das Vermögen unausgeliehen und der Geldumlauf würde verringert. Überschüsse führen zu mehr Überschüssen. Die Hoffnung, dass mehr Überschüsse eher zum Kaufen als zum Verleihen genützt werden könnten entbehrt jeder Grundlage. Also müssen sich immer neue Schuldner finden oder die vorhandenen Schuldner müssen ihre Schuldenlast steigern können, damit der an den Kredit gebundene Geldumlauf nicht abgewürgt wird. Dem exponentiell wachsen wollenden Geldvermögen steht jedoch eine nur linear wachsende Wirtschaft gegenüber. Und die braucht allein für dieses lineare Wachstum einen verstetigten Geldumlauf.

Leider bedeutet ein verringerter Geldumlauf noch mehr Probleme für die produzierenden Schuldner als für die reichen Gläubiger. Ein verringerter Geldumlauf bedeutet sinkende Preise, womit Produzenten ihren Ruin abwenden zu können glauben. Diese berechtigte Einzelbetrachtungsweise, die in voller Übereinstimmung mit gesichertem betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten steht, wirkt sich jedoch volkswirtschaftlich umso verheerender aus, als irgendwann alle Nichtmonopolisten davon betroffen sind und der Handel es mit einem signifikanten Abwärtstrend zu tun hat. Handel ist bei sinkenden Preisen rechnerisch unmöglich. Keiner kauft Waren, steckt noch eigene Leistungen hinein und verkauft diese dann nicht zum dafür notwendigen Preis. Sinkende Preise verunmöglichen den Handel und damit die Produktion. Der funktionierende Handel ist die Entsprechung des funktionierenden Geldumlaufes, die wichtigste Vorraussetzung für die Produktion beim Stand der gegenwärtigen Arbeitsteilung.

Und so kommt es in den meisten Fällen nicht zu dem Gespenst der allgemeinen Preisverminderung, sondern es wird verschuldet was das Zeug hält. Da für die systemisch angelegte unaufhörlich wachsende  Verschuldung immer höhere Beträge aufgewendet werden müssen, fallen Produzenten reihenweise aus, deren Marktanteile auf immer weniger Produzenten aufgeteilt werden. Dieser Vorteil ist jedoch vorübergehend, weil ausgefallene Produzenten nicht auch immer die euphorischsten Abnehmer der Produkte der übriggebliebenen Produzenten sind. So sinken die gerade übergegangenen Marktanteile in ihrer Höhe wegen der damit einhergegangenen gesunkenen Kaufkraft der Ausgeschiedenen. Damit erhöht sich jedoch der Verschuldungsdruck der Übriggebliebenen. Der Handel kann nur aufrechterhalten werden, in dem Marktteilnehmer ausscheiden, und die übriggebliebenen deren Verpflichtungen - unfreiwillig - übernehmen. Zur nicht abwendbaren steigenden Verschuldungslast - kumulativ über alle Produzenten betrachtet - gesellt sich die Forderung nach mehr Steuern und Abgaben, wenn der Staat seinen, - durch das Ausscheiden von immer mehr Produzenten - gewachsenen sozialen Verpflichtungen, nachkommen will. Die tatsächliche Nachfrage nach den - unter dem Druck auf die Preise stehenden Waren sinkt. Händler halten sich zurück. Käufer halten sich zurück. Die sinkende Nachfrage verstärkt den Druck auf die Preise und damit den Zwang der verbliebenen Produzenten, sich weiter zu verschulden. Produzenten gehen  vertragliche Verpflichtungen ein, die es ihnen nicht erlauben, die Folgen der verringerten Einnahmen auf ihre Vertragspartner abzuwälzen, die ihrerseits schon wegen rückläufiger Nachfrage unter Druck stehen. Viele Arbeitnehmer, deren Einkommen aus diesem vertraglichen Grunde nicht geschmälert wurde, haben dennoch höhere Aufwände, weil mehr Angehörige als vorher der Unterstützung bedürftig erscheinen. Da verliert der Nachwuchs einen Job oder bekommt keinen, oder die Geschwister oder Eltern sind betroffen und hoffen auf das eine oder andere Zeichen ihrer noch das volle Gehalt beziehenden Verwandten. Schon sind die Vorteile eines konstanten Gehaltes bei sinkenden Preisen dahin. Zum wachsenden Verschuldungsdruck kommt ein Schwinden der Bonität hinzu. Die schwindende Bonität (alle möglichen Sachen sind schon verpfändet, manche vielleicht sogar doppelt) führt zu einer weiteren Anhebung des Risikoanteils im Zins, der Einnahmequelle für die mit fremdem Vermögen auf eigenes Risiko arbeiten müssenden Banken. Steigt das Ausfallrisiko für die Banken, steigt der Zins für alle. Wir erhalten mehr Schulden zun noch höheren Zinsen und damit eine beschleunigte Entwertung der verbliebenen Sicherheiten. Da die Verschuldung nicht gestoppt werden soll, obwohl sie kaum noch aufrecht erhalten werden kann, müssen sich Banken zunehmend mit Geldmitteln von der Notenbank eindecken, weil der Kreditbedarf weiter wächst, die Bedingungen für die Vergabe sich jedoch im Zuge der Entwertung und der Auslastung von Sicherheiten verschlechtern. Es steigt die Geldemission.

Es werden Kredite auf immer fragwürdigerer Grundlage ausgereicht. Um die teuren Refinanzierungssätze der Notenbanken zu umgehen, werden weiter Vermögen, Spareinlagen eingeworben. Weil die tatsächlichen Renditeaussichten wegen der ständig sinkenden Nachfrage nicht ausreichend sind, werden die Banken - um ihrer eigenen Existenz willen - erfinderisch. Die Stunde der Finanzprodukte hat geschlagen. Vor allem Kleinsparer lassen sich mit solchen Produkten noch locken.

Die in Gang gebrachte Verschuldungsspirale findet ihr Ende in der Verschuldungsfähigkeit der Schuldner. Ist das Ende jemals erreicht, dann bricht soviel Produktion zusammen, dass sich die zwischenzeitlich angehäuften Geldmengen über die überschaubar gewordenen Warenmengen hermachen wollen. Dann wenn es den Geldvermögenden dämmert, dass Geld in der Zukunft nur durch Waren gedeckt ist. Und auch in der Gegenwart.

Tritt auf dem Markt einer bestimmten Warenmenge einer verringerten Geldmenge gegenüber, kommt es zur Deflation. Nicht umlaufendes Geld und noch größere Ansprüche auf Geld sind zwar inaktiv - jedoch noch existent - und werden ab dem Moment, an dem die Deflation für gravierende Produktionszusammenbrüche sorgt, wieder aktiv und sorgen nun ihrerseits für Inflation und Hyperinflation.

Nur Freigeld kann den Geldkreislauf geschlossen halten.

Freigeld beendet die systemische Besserstellung des Geldes, macht Kaufkraftzurückhaltung und Spekulation unmöglich, in dem es alles Geld in den Kreislauf zwingt. Freigeld beendet den Monopolcharakter des Geldes und macht aus ihm ein öffentlich genutztes Tauschmittel.

 

Was ermöglicht Freigeld?

Geld, das sich stets und verlässlich im Umlauf befindet, kann mengenmäßig gesteuert werden. Freigeld ermöglicht erst eine zielgenaue Geldmengensteuerung. Wenn sich die volkswirtschaftlichen Größen „Warenangebot“ und „Geldmenge“ in stabiler Relation zueinander befinden – wenn dem Warenangebot immer die deckungsgleiche Geldmenge gegenübersteht – dann ist eine Währung hergestellt. Das Verhältnis Waren und Geld muss sich stets angleichen lassen, damit das allgemeine Preisniveau stabil gehalten werden kann. Preise, die im Durchschnitt nicht sinken und nicht steigen, bedeuten für die Wirtschaftsteilnehmer Kaufkraftstabilität. Um die Relation Warenangebot und Geldangebot (also Angebot und Nachfrage) stabil halten zu können, muss die Geldmenge steuerbar sein. Für die dringend notwendige Geldmengensteuerung ist nicht nur das Bargeldaufkommen von Bedeutung, sondern auch die Umsatzhäufigkeit der Scheine. Ein Geldschein generiert in Abhängigkeit von seiner Umsatzhäufigkeit steigende Umsätze. Bei steigender Umsatzhäufigkeit wird zur Aufrechterhaltung der Währung entsprechend weniger Bargeld im Umlauf benötigt.

 

Freigeld ermöglicht also

Ø Eine zielsichere Geldmengensteuerung zwecks Herstellung der Währung.

Ø Ein stabiles allgemeines Preisniveau und damit fortwährende Kaufkraftstabilität.

Ø Das Ende von Währungskrisen wie Inflation und Deflation.

Ø Eine professionelle Währungsverwaltung.

Ø Letztendlich: eine dauerhafte Währung.

 

Was bewirkt Freigeld

Freigeld bewirkt, in dem es sich rückhaltlos dem Kreislauf zur Verfügung stellen muss, dass die Knappheit an Geld überwunden wird. Geld verliert seinen Kapitalcharakter. Je mehr Geld angeboten wird, umso stärker sinkt sein Preis (Zins). Da Geld keine Möglichkeit mehr hat, sich bei sinkenden Zinsen dem Verkehr zu entziehen, wird sukzessive und auf organischem Wege das Nullzinsniveau erreicht. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, dieses oberste makro-ökonomische Gesetz findet nun auch beim Geld Anwendung. Beim Nullzinsniveau fließen die leistungslosen Einkommen, die aus Zinsen und Rendite stammen, nicht mehr. Die Geldumverteilung – von der arbeitenden Bevölkerung zur untätigen und nur zinsgewinnenden Bevölkerung – ist gestoppt. Die Schere zwischen Arm und Reich beginnt sich systematisch zu schließen.

Die schlussendlichen Auswirkungen von Freigeld sind systematisch nicht zu erfassen. Sie sind vielfältig und berühren jeden Lebensbereich. Die Installierung von Freigeld führt dazu, dass die Wirtschaft monopolfrei funktioniert und kein Wirtschaftsteilnehmer mehr benachteiligt, ausgebeutet oder gar vom Wirtschaftskreislauf ausgeschlossen werden kann. Weltweit.

 

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