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Ein Leben ohne Geld ist nicht nur sinnlos, sondern von erschreckend lausiger Qualität. Die Menschheit hat sich im Hinblick auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse von der Selbstversorgung über die Tauschwirtschaft hin zur Geldwirtschaft entwickelt. Der Begriff ‚Geldwirtschaft‘ sagt aus, dass Geld für die gesamte Wirtschaft, also für die Produktion, die Verteilung, die Zirkulation und die Konsumtion unerlässlich geworden ist.

Das Geld abzuschaffen, würde bedeuten, die Produktion auf ein Niveau herunterzufahren, dass von deren Erträgen nur ein Bruchteil der derzeit lebenden Weltbevölkerung davon leben könnte. Der große Rest würde nicht überleben. Mit der Geldwirtschaft waren ein höheres Niveau der Produktivität und damit eine höhere Chance für das Überleben der Nachkommen möglich, als mit den Vorformen derselben.

Dass wir ohne Geld nicht überleben, liegt auf der Hand, doch dass mit dem Geld etwas nicht stimmt, ist gleichfalls offensichtlich.

Wer Geld in größeren Mengen überschüssig hat, zu dem kommt es zurück. Mehr noch: es kommt mehr zurück als vorher da war. Wer keines hat, vor dem scheint sich Geld zu verstecken oder ihn sofort wieder zu verlassen. Es gibt vergleichsweise wenige Leuten, die meisten davon sind in den Industrienationen beheimatet, die noch ein wenig Geld haben und irgendwie mit dem Fluchtverhalten des Geldes zurechtkommen. Diese Leute spenden dann 3,50 € im Monat für die armen Länder und sind selbst nur sehr schwach daran interessiert, den Status quo zu ändern, solange keine Gefahr für ein Abdriften in die Kaste der Unberührbaren droht.

Besitzende betonen gern, dass ihnen Geld nicht viel bedeutet. Müssten sie dem Geld so hinterherlaufen, wie es die Besitzlosen tun müssen, könnte sich diese Einstellung schnell ändern. Dass Besitzlose ebenso, - wenn auch nicht so oft - ihre Freiheit vom Geld als Tugend preisen, kann nachvollzogen werden, solange ein grundlegendes Einkommen die bitterste Not abwendet. Man möchte damit ausdrücken, dass man sich nicht an Verteilungskämpfen zu beteiligen gedenkt, möglicherweise deshalb, weil der darin erzielbare Gewinn oft nur in einer anderen Unfreiheit gipfelt, die Unfreiheit andere nicht zu übervorteilen. Reichtum „zwingt“ in der Regel dazu, die unmenschlichen Regeln des Zusammenlebens anzuerkennen, sie geschickt für sich zu nutzen und diese Praxis vor anderen zu verschleiern, falsche Spuren zu legen, damit sich der Zorn der Besitzlosen nach Möglichkeit gegen andere richtet als gegen einen selbst.

In der Summe benehmen sich jedoch Reiche so, dass sie ihren Reichtum vermehren, und nicht davon zehren auch wenn sie sich dabei an einigen Gewissenqualen vorbeimogeln müssen. Und ebenso in der Summe würden die Armen ihre Armut nur allzu oft gegen weniger davon eintauschen, selbst wenn sie dann nicht mehr so bemitleidet oder für ihre „Askese“ bewundert werden würden.

Die Konzepte für die Lösung des Konfliktes sind unüberschaubar, lassen sich jedoch in Gruppen gliedern.

• Geld abschaffen (Tauschwirtschaft revitalisieren)
• Geldbesitz bzw. Gelderwerb einschränken (Steuern für Vermögen / Erbschaft / Leistung erhöhen)
• Jedem einen Grundbetrag überlassen (Bedingungsloses Grundeinkommen für alle: vom Habenichts bis zum Milliardär)

Die riesigen Geld-Ansammlungen in wenigen Händen sind eine alltägliche Erscheinung. Der Konzentrationsprozess folgt Gesetzmäßigkeiten, die in der Regel ausschließlich psychologisch, moralisch, ethisch beschrieben werden. Mangels besserer Erklärungen sicherlich.

Warum sammelt sich das Geld bevorzugt bei jenen, die sowieso schon Überfluss daran „leiden“?

Gäbe es darauf eine wahre Antwort, d.h., würde das Problem korrekt durchschaut, der Zusammenhang korrekt erkannt, dann könnte sich ein neues Gleichgewicht zwischen dem Bedarf an Geld und der Verteilung des Geldes, bzw. zwischen der Produktion und der Verteilung des Geldes bilden. Und das eher im Handumdrehen, als langwierig und umständlich. Die Unkenntnis der Zusammenhänge spaltet die Menschheit in Besitzende und Besitzlose und in Religionen, Staaten, Parteien, Gewerkschaften, Verbände, Wohltätigkeitsorganisationen, Vereine bis hin zu Armeen und terroristischen Gruppen, die ihren Teil dazu beitragen, dass sich keiner so allein fühlt, bzw. mit denen sich die eigenen Interessen etwas leichter durchzusetzen scheinen.

Nicht selten bleiben bei diesem Interessenkampf echte Ergebnisse Mangelware, die Kollateralschäden sind die offensichtlichsten Ergebnisse. Oft werden diese Auseinandersetzungen und die darin verwickelten Organisationen unterwandert von jenen, die kein Interesse daran haben, dass sich der Status Quo ändert. Und so schlagen oft die Falschen aufeinander ein, jene deren Gemeinsamkeiten in diesem „Kampf“ vor den Gegensätzen bei Weitem überwiegen.

Geldbesitz schützt vor der Erkenntnis der wirklichen Zusammenhänge. Die Besitzenden genießen die Unkenntnis der Besitzlosen. Und sie haben enorme Möglichkeiten die Wahrheit vor anderen zu verschleiern. Von Verschwörungen kann jedoch nicht immer ausgegangen werden, sind die Zusammenhänge den Besitzenden selten genug selbst bekannt. Außerdem kommen die Besitzenden in Unkenntnis der Wahrheit bei deren Verschleierung wesentlich glaubwürdiger rüber.

Würde der Zusammenhang offenbar werden, geschähe ziemlich genau folgendes:

Geld würde fortan jeder haben, der bereit und fähig ist etwas im Tausch dafür zu bieten. Und kein Staat müsste für jene sorgen, deren Voraussetzungen zur Produktion durch eine Laune des Schicksals oder der Natur nicht ausreichend dafür ausgeprägt sind. Alle könnten mitversorgt werden, ohne weggesperrt (staatlich oder versicherungstechnisch versorgt) zu werden. Nicht jeder würde die gleiche Menge Geld haben oder haben können. Nicht jeder hat ja auch die gleichen Bedürfnisse. Wer mehr Bedürfnisse hat, wird mehr dafür tun und dafür auch mehr bekommen. Wer weniger tun möchte, weil ihn seine Bedürfnisse weniger plagen, kommt mit weniger Geld im Austausch dafür auch meist gut zurecht.

Da so gut wie jeder Mensch das Bedürfnis hat, beizutragen, und zwar selbst körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen, - und von diesen die meisten noch mehr als die nicht eingeschränkten - können die Barrieren zwischen Tun (Produktion) und Haben (Besitz) nunmehr gefahrlos und zum Segen aller fallen. Wer großen Nutzen stiftet, wer sich um die Bedürfnisbefriedigung seiner Mitmenschen besonders verdient macht, indem er stark nachgefragte, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen imstande und willens ist, der wird im Austausch mit diesen Menschen auch mehr bekommen als jener, der sich weniger Gedanken um den Nutzen seiner Arbeit macht, diese aber dennoch liebt und darin aufgehen möchte. Bei einer Zunahme seiner Bedürfnisse hat jeder die Freiheit seinen Beitrag, sein Angebot entsprechend anzuheben.

Der Staat würde das Gewaltmonopol sausen lassen, weil er es könnte, er würde sich seiner wenigen Kernaufgaben besinnen und die Mehrheit der Beamten und Bediensteten würde sich attraktiveren Beschäftigungen zuwenden, die ebenso wichtig wie einträglich wären. Das Militär würde zu einem echten Kostenfaktor und man hätte größtes Interesse daran, sowohl die Kosten als auch die damit verbundene Gefahr der fahrlässigen geschürten Konflikte mittels Waffenarsenalen gering zu halten. Abrüstung würde erstmalig wirtschaftlich und wahrscheinlich so selbstverständlich wie die periodisch stattfindende Müllentsorgung. Ein schonender Einsatz von Ressourcen aller Art, also natürliche und menschliche Ressourcen, löst den wahnsinnig anmutenden Gebrauch der Ressourcen in unserer Gegenwart ab.

Moment mal, ging es nicht eigentlich darum, die Schere zwischen Arm und Reich etwas kleiner werden zu lassen? Mittlerweile ist hier fast vom Schlaraffenland die Rede? Ja… „blühende Landschaften“, hatten wir das nicht schon mal? Richtig. Wir sprechen hier nicht von einem Programm, wie es schon viele gegeben hat, deren Realisierung bisher auf sich warten ließ.

Wenn die Gesetzmäßigkeiten verstanden werden, denen der Gebrauch des Geldes zweckmäßigerweise unterworfen werden sollte, dann können wir uns der geschilderten Folgen bald erfreuen. Und zwar alle.

Selbst jene, die sich wegen der hohen Aufgaben des Besitzmehrens nicht imstande sehen, irgendeine andere sinnvolle Tätigkeit auszuführen, und die von der Zehrung ihres Vermögens nicht gerade begeistert sein werden. Niemandem soll etwas weggenommen werden. Die Beharrungskräfte, die dahingehend wirken, aus einer Milliarde jährlich wenigstens 50 neue Millionen zu machen sind nicht unbeträchtlich. Doch am Ende werden diese Menschen nicht schlechter gestellt, wenn ihnen die Vermehrung des Vermögens kraft des bloßen Besitzes leidlich vermiest wird und sie gezwungen wären, nunmehr jährlich einen bestimmten Betrag vom Grundstock selbst zu verbrauchen. Warum sie darüber hinaus ebenfalls allen Grund haben froh darüber zu sein? Sie können wieder bessere Menschen werden, ohne den Totalverlust ihres Vermögens befürchten zu müssen. Sie können beweisen, dass sie zu Recht ihr Vermögen mit Leistung erworben haben und es noch nie nötig hatten, andere zu übervorteilen.

Und sie können ihr Leben retten. Alle anderen übrigens auch. Denn es ist keine Frage der Intelligenz, ob wir die Zusammenhänge des Geldes bzw. seiner Handhabung auf höchster Stufe erkennen oder nicht. Tun wir es nicht, dann ist jeder mittelgroße Meteorit, der auf die Erde trifft von weniger Tragweite für das Schicksal der Menschheit, als das Versagen die Sache des Geldes vom Kopf auf die Füße zu stellen.
 

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