Die Lösung

von Angelika Garbaya

Juni 1, 2020

Aktion, Einzelpreise, Geldmenge, Indexwährung, stabile Preise, Tat, Umlauf, Währung, Warenmenge

​​Die Lösung besteht darin, dass Geldmenge und Warenmenge in einer stabilen Relation gehalten werden können. Diese Beziehung, dieses Verhältnis, nennt man Währung. Geld ist eine SACHE. Währung ist eine TAT. Eine Aktion und Reaktion. Eine Tat, die ausführbar gemacht werden muss. Die Bedingungen, diese Tat zu tun, müssen erst noch geschaffen werden. Ohne verhungernde Produzenten, ohne darbende Kinder und ohne Prekarisierung der ganzen Welt. Wenn Geldmenge und Warenmenge sich decken, haben wir stabile Preise. Besser gesagt: Ein stabiles Preisniveau. Die Einzelpreise werden sich immer verändern, weil sich unsere Wünsche und unsere Vorlieben ändern. Heute VW (hoffentlich), morgen Opel (hoffentlich). Heute Jeans, morgen Seide. Heute Käse, morgen Salami. Heute Spanien, morgen Korea. Mit sich ändernden Vorlieben ändern sich auch die Preise. Denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der einzelnen Waren.

Auch kann die voranschreitende technologische Entwicklung die Preise verändern – in einzelnen Sparten oder Bereichen. Doch das allgemeine Preisniveau bleibt stabil, wenn sich die Gesamtwarenmenge und die Gesamtgeldmenge weiterhin decken. Damit bleibt dem Geld die Tauschkraft erhalten. Kaufkraftstabilität wird dies auch genannt. Was müssen die Geldverwaltung und die Währungshüter tun und veranlassen können, um die Beziehung ‚Geldmenge und Warenmenge’ in verlässlicher Relation halten zu können?

Sie müssen die Geldmenge steuern! Das ist das Gebot der Stunde, doch derzeit nicht möglich. Nicht mit unserem Geld. Denn das Geld zieht sich zurück, wenn es nicht mehr genug Zinsen abwirft. Dann müssen die Notenbanker „nachschießen“. Keiner weiß wie viel. Und auch dieses neue Geld läuft nicht um, sondern verschwindet nach kurzer Zeit aus dem Kreislauf. Also müssen Schulden gemacht werden, was das Zeug hält. Schulden auf der einen Seite erzeugen Vermögen auf der anderen Seite. Diese wollen wieder verzinst werden und so schaukelt sich die Angelegenheit ins Billionäre. Irgendwann, ganz am Ende, wird dann die Notenpresse angeworfen und der Staat „entschuldet“ sich via Hyperinflation.

Geld muss in den Umlauf

Um die ausgegebene Geldmenge steuern zu können, muss sie im Umlauf sein. Sich im Kreislauf befinden. Vollständig. Nur eine Sache, die sich bewegt, ist steuerbar. Wie gelingt es uns, dass Geld in den Kreislauf kommt, zwangsläufig, unabhängig vom Giergrad seiner Besitzer?
Ganz einfach: wir statten Geld mit dem gleichen Nachteil aus, der auch die Ware zum Markte drängt. Ein jährlicher Verlust von etwa 5 %. Das Ganze heißt Umlaufgebühr. Diesen Umlauf sollen heute die Zinsen regeln. Machen sie auch. Doch ab einem gewissen Punkt sind Zinsen mörderisch, weil exponeziell anwachsend. Die Umlaufgebühr auf den Geldscheinen ist dagegen der absolute Friedensengel und Reich-Macher für alle. Zumindest für jene, die Reichtum wollen und ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten einbringen. Die weniger Ambitionierten leben aber nun auch im Wohlstand. Wenn der Geldschein pro Jahr 5 % verliert (wenn er nicht benutzt wird), dann wird er nach zwanzig Jahren unter der Matratze zu Altpapier.

Das macht kein vernünftiger Mensch. Kaufkraftzurückhaltung (oder Hortung oder Schwarzgeld-kassen) werden komplett überflüssig. Der Rubel wird rollen, völlig unabhängig von der charakterlichen Konstruktion seines Besitzers. Was innerhalb der nächsten Zeit nicht ausgeben werden kann oder will, landet bei der Bank. Langfristig. Dort wird es anderen Marktteilnehmern als Darlehen ausgereicht. Der Rubel rollt durch andere Hände. Egal. Hauptsache er rollt. Denn nur der Umsatz bildet Wohlstand. Die Bewegung. Nicht der Besitz von Geld. Nicht das Geld mit seiner „Werthaltigkeit“. Die ist eine Chimäre, ein Hirngespinst – und derzeit leider eine weltweite Konvention.

Weil dem Geld jede Zurückhaltungsmöglichkeit genommen ist, kann es auch nicht mehr an den Punkt von „Kapitalknappheit“ kommen. Denn Geld ist da. Was da ist, wird angeboten. Und damit beginnen dann endlich die Zinsen Richtung Null zu sinken. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Das muss auch für das Geld gelten. Der Unternehmer braucht dann keine Kapitalkosten mehr in die Preise einrechnen, die Gewinnspanne vergrößert sich. Gewinne in einer Branche locken Mitbewerber. Weitere Unternehmer. Mehr Arbeitsplätze, mehr Produktion, mehr Umsatz, mehr Handel. Mehr und flottere Wohlstandsbildung. Global.

Zusammenfassend: Der Freigeldschein ist nur noch Tauschmittel, das sich genauso wenig wie die Waren leisten kann, vom Markt fernzubleiben. In der freien Marktwirtschaft erscheinen alle Waren und alles Geld miteinander auf dem Markt. Keiner kann sich mehr zieren. Punkt.

Freigeld wird als Indexwährung gestaltet

Freigeld wird als Indexwährung gestaltet. Am Index kann man dann erkennen, ob zuviel Geld im Kreislauf ist oder zuwenig. Dazu muss man nur die Preise beobachten, entweder durch bezahlte Preisbeobachter oder über den Großhandel, der z.B. vierteljährlich die Preise den Währungshütern durchgibt. Steigt der Index, dann ist klar, dass zuviel Geld im Umlauf ist und es wird ein Teil des Geldes herausgenommen, was Dank der Umlaufgebühr auch leicht möglich ist. Denn über die 5 % Umlaufgebühr werden jährlich sowieso 5 % dem Kreislauf entnommen. Wenn der Index steigt, dann schießt die Währungsverwaltung diese 5 % einfach nicht nach. Sinkt der Index, dann bedeutet dies fallende Preise, bedeutet deflationäre Tendenzen. Also muss zusätzliches Geld gedruckt und in den Kreislauf gegeben werden. Dann gibt es Steuerrückzahlungen, Lottogewinne oder Kindergeld für alle. Völlig wurscht. Hauptsache, Geld kommt in den Umlauf.

Geld rein und Geld raus aus dem Kreislauf – so einfach ist das ganze Unterfangen, eine wahrhaft stabile Währung zu etablieren. Diese Geldverwaltung, die Emission und die Steuerung der Geldmenge, ist auch so gut wie alles, was ein Staat noch leisten muss. Ein Staat, der dann allerdings keinerlei Ähnlichkeit mehr mit dem heutigen Unwesen Staat hat. Eisenbahn und Telekommunikation vielleicht noch. Und die Bodenverwaltung. Doch der Rest kann regionalisiert, privatisiert, kommunalisiert werden. Wie es den Menschen eben passt. Wer kommunistisch leben will? Bitte schön! Wer ein Sekte gründen will? Auch bitte schön! Eine Schule gründen? Aber klar. Mit 8 Kindern? Null Problemo. Durch die Bodenreform (die an anderer Stelle zu erläutern ist) gibt es ja auch ein absolut freies Niederlassungsrecht für alle überall. Die ganze Erde gehört jedem Menschen.

Freigeld ist nur noch Tauschmittel. Weil es kaufkraftstabil bleibt, solange wir es uns wünschen, kann der Sparer Ersparnisse bilden und sie bleiben ihm in voller Kaufkraft erhalten. Auch wenn er erst in 50 Jahren kommt und sein Gespartes haben will. Weder Inflation noch Deflation haben ihn seiner Ersparnisse beraubt. Sie sind noch voll da. Er hat halt keine Zinsen bekommen. Doch das könnte höchstens die 5 % der Menschheit stören, die derzeit an diesem Spiel wirklich verdienen. Und selbst die nicht so wirklich. Denn wenn die internationale Arbeitsteilung in Gefahr kommt, Produktionszusammenbrüche erfolgen, dann sind wir ruckzuck an einem Punkt, an dem selbst dem Milliardär das Kekseknabbern im unterirdischen Bunker nicht mehr so richtig gefällt…

Freigeld macht reich

Freigeld bringt allen Wohlstand und wer es will, wird reich. Popstars können weiterhin Millionen für ein kleines Konzert machen, Maler zigtausende für einen kleinen Farbklecks… alles weiterhin drin, wenn der- oder diejenige Käufer hat und Abnehmer. Soll doch jeder Mensch selbst entscheiden, was er haben und sich dienstleisten lassen will. Doch die Wahnsinns-Pop-Konzert- oder Fußball-Endspiel-Einnahmen können nicht mehr Rendite bringend anlegt werden. Sie können nur noch selbst ausgeben und verbraten werden – oder aber zur Bank gebracht, wo sie anderen Wirtschaftsteilnehmern wieder als Darlehen zur Verfügung gestellt werden.

Die heutigen Milliardäre werden noch für einige Jahrzehnte ganz weit vorne bleiben, es reicht bestimmt auch noch für die nächsten zwei Generationen für’s absolute Nichtstun. Doch wer will sein Leben schon auf dem Sofa verbringen? Doch selbst wenn: Hauptsache, der Reichtum kann andere nicht mehr arm machen!

Was die weiteren Auswirkungen von Freigeld sind, ist einfach unbeschreiblich. Die Monopole zerlegen sich. Plötzlich kann es sich eine kleine Werkstatt leisten, einen Wagen zu entwickeln. Für einen ganz kleinen Kundenkreis. Absolute Spezialanfertigungen. Qualität und Kunstfertigkeit sind wieder ganz weit vorne und machen das Geschäft. Neue Technik kann auf den Markt kommen. Alle Unternehmungen müssen nur noch wirtschaftlich sein (d.h. die Nachfrage für ein Produkt muss da sein und es muss sich für den Unternehmer und seine Mitarbeiter lohnen).

Heute muss das selbst das Altenheim noch „Rendite“ bringen. Wie aber soll man als Heimleiter in einem Altenheim jährlich 10 % mehr herauswirtschaften und dabei anständig bleiben? 10 % für die Aktionäre und Fondsinhaber. Darunter geht es nicht, sonst gibt es eben überhaupt kein Altenheim. Die Alten stapeln? Zwei in einem Bett? Selbst gezimmerte Rollstühle? Wassersuppe? Mord? Nicht gemeldete Sterbefälle, Renten weiter kassieren? Alles schon da. Das zinstragende Geld erzwingt Korruption, erzwingt Kriminalität, erzwingt Mauschelei, Pfusch und Betrug. Bezahlt Militär, Medien, Lobbyisten, Politiker. Schmiert Richter und Staatsanwälte. Selbstverständlich kann sich der Einzelne sauber halten. Doch nicht alle. Das gelingt ja noch nicht mal der Kirche als Organisation. Sonst funktioniert das System nicht. Daher gilt das Motto: mach alles, lass dich aber nicht erwischen!

Mit all dem ist Schluss, wenn wir Freigeld einführen. Dieses Geld macht jeden zum freien Menschen. Politiker und Rechtsanwälte braucht es dann nicht mehr ganz so viele. Das Ende der Bürokraten. 

Es lebe der freie Mensch!

(Erstveröffentlichung am 14. Mai 2009)

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